75 Ideen, wie Sie den Klimawandel stoppen können

Eine Anleitung zur Rettung der Welt.
Nichts schadet unserem Planeten mehr als das →Fliegen, und auf nichts lässt sich leichter verzichten. (Bild: Tom Hendry / EyeEm)

Eine kurze Rechnung zu Beginn, um die Dringlichkeit klarzumachen: Jede Schweizerin, jeder Schweizer verursacht pro Jahr etwa 14 Tonnen CO2-Emissionen. Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen, dürften es allerhöchstens 1,5 Tonnen sein. Das bedeutet, dass wir unseren Ausstoss um 90 Prozent reduzieren müssen. Mindestens.

Natürlich braucht es dazu technische und politische Massnahmen. Zuallererst aber muss jeder und jede bei sich selber anfangen. Viele Menschen haben sich das Ausmass des Problems noch überhaupt nicht bewusst gemacht, geschweige denn begonnen, ihren Lebensstil zu ändern. Dafür ist es höchste Zeit. Jedes Jahr Verzögerung macht es schwieriger, den Klimawandel zu bremsen.

Die grössten Posten in Schweizer Haushalten lassen sich in folgende Bereich unterteilen:

Die einzelnen Einträge sind mit Impact-Faktoren versehen: von bis ❋❋❋❋❋. Fünf Sterne bedeuten: Hier können Sie sehr viel Einfluss nehmen. Einer bedeutet: Dieses Thema ist nicht ganz so wichtig, oder der Einzelne kann nicht viel ausrichten. Bei Auswahl und Bewertung haben wir uns vor allem am Klimawandel und am Schwund der Biodiversität orientiert, den beiden drängendsten Problemen.

Die meisten Autos in der Schweiz sind nicht nur überflüssig, sondern auch übermotorisiert.
Die meisten Autos in der Schweiz sind nicht nur überflüssig, sondern auch übermotorisiert [→Autogrösse]. (Bild: Getty Images)

Mobilität

Autofahren ❋❋❋❋❋Der Verkehr ist die grösste Quelle von Treibhausgasen in der Schweiz. Im Gegensatz zu anderen Bereichen wie etwa der Industrie hat hier der Ausstoss in den letzten Jahren kaum abgenommen. Für viele Leute ist Autofahren derart selbstverständlich, dass sie sich nicht im Traum vorstellen können, jemals damit aufzuhören. Trotzdem: Versuchen Sie es. Machen Sie einen Anfang [→Ziele setzen]. Am besten bei Routinefahrten – zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Training, da schenkt es ein. Wer es schafft, mit dem ÖV oder mit dem Velo zu pendeln statt mit dem Auto, reduziert seinen gesamten Klimagas-Ausstoss im Schnitt um volle 10 Prozent.

Fliegen ❋❋❋❋❋Im Flugverhalten manifestiert sich der Irrsinn unserer Zeit in seiner reinsten Form.

  • 1. Wohnen, heizen, essen müssen wir. Fliegen müssen wir nicht. 86 Prozent der Flüge von Schweizerinnen und Schweizern sind Privatreisen – sie geschehen also mehrheitlich zu unserem Vergnügen. In keinem anderen Gebiet liesse sich ebenso schmerzlos ebenso viel einsparen wie beim Fliegen.
  • 2. Fliegen ist unglaublich schädlich. Jeder Retourflug über den Atlantik lässt, grob gerechnet, pro Passagier etwa eine Tonne Gletschereis abschmelzen. Jährlich. Und das für viele Jahrzehnte, denn das Kohlendioxid verweilt sehr lange in der Atmosphäre.
  • 3. Fliegen lässt sich nicht mit grünem Lifestyle wettmachen. Selbst wer in einer Höhle lebt und nur selbst geflochtene Bastkleider trägt, hat eine schlechte Klimabilanz, wenn er dafür um die Welt jettet.
Keine Frage, wir müssen aufhören damit [→Ziele setzen]. Aber es geschieht das Gegenteil, die Flugkurven gehen steil nach oben. Allein zwischen 2010 und 2015 stieg in der Schweiz die Zahl der Flugkilometer pro Person um 57 Prozent. Und es geht weiter: Im Januar 2019 absolvierte die Swiss (inklusive Edelweiss) 7 Prozent mehr Flüge als im Januar 2018, transportierte 8 Prozent mehr Passagiere und verkaufte 16 Prozent mehr Sitzkilometer.

Langstreckenflüge ❋❋❋❋❋Müssen zum absoluten Luxusgut werden. Es ist kein guter Grund, irgendwohin zu reisen, bloss weil es dafür grad Tickets zum Preis einer Pizza Margherita gibt. Wenn da ein fernes Land ist, das Sie anzieht: Fliegen Sie hin! Aber nicht heute. Sondern in zwei, drei, ja vielleicht erst in vier, fünf Jahren. Sparen Sie bis dahin möglichst viele Ferientage an, damit es sich wirklich lohnt. Von einem Kurztrip mit Jetlag und Hotel-Hopping haben weder Sie noch das besuchte Land etwas. Beginnen Sie ruhig jetzt schon zu lesen, sich vorzubereiten, sich zu freuen. Und geniessen Sie es, in der Zwischenzeit auf dem Boden zu bleiben.

Kurzstreckenflüge ❋❋❋❋Das Bild der Schweiz als Bahnfahrernation ist überholt: In den letzten Jahren sind wir zum Vielfliegervolk geworden. Mit dem Flugzeug legen wir mehr als doppelt so viele Kilometer zurück wie mit dem Zug. Und wir fliegen doppelt so oft wie Deutsche oder Franzosen. Nur Norweger und Iren haben eine ähnlich schlechte Flugökobilanz wie die Schweizer. Norweger und Iren aber leben, mit Verlaub, ein wenig abseits, wir hingegen im Zentrum Europas. Die allermeisten europäischen Touristenhotspots können wir problemlos mit dem Zug oder →Car erreichen. Oft günstig, wenn man rechtzeitig bucht. Und man erspart sich den ganzen Flughafenstress. Ein paar ausgewählte Reisezeiten mit dem Zug ab Basel: Paris 3 Stunden, Brüssel und London 6 Stunden, Berlin und Rom 7,5 Stunden, Wien und Prag 9 Stunden, Barcelona 10 Stunden, Glasgow 11 Stunden, Budapest 12 Stunden, Kopenhagen 13 Stunden. Es fahren auch direkte Nachtzüge ab der Schweiz, zum Beispiel nach Berlin, Wien, Prag, Budapest, Hamburg, Bremen, Graz, Zagreb und Belgrad. Selbst das Auto ist aus Umweltsicht deutlich besser als das Flugzeug – insbesondere, wenn mehr als eine Person mitfährt.

Autogrösse ❋❋❋Die Schweizer lieben grosse, starke Autos. Die Modelle mit der kleinsten PS-Zahl werden bei uns gar nicht erst angeboten. Die Neuwagen werden von Jahr zu Jahr schwerer, der 4x4-Anteil ist auf Rekordniveau. Die Vorzüge dieser Grosskaliber kommen nur selten zum Tragen – vielleicht zwei-, dreimal im Jahr, wenn man ein Klavier kaufen will oder auf dem Weg in die Skiferien mit viel Gepäck eine schneebedeckte Strasse hochfährt. Für den Alltag hingegen sind diese Autos überdimensioniert und haben einen schlechten Wirkungsgrad, weil sie permanent unterfordert sind. Kaufen Sie darum ein leichtes Auto mit wenig PS: Es ist stark genug. In den wenigen Fällen, wo Sie wirklich ein grösseres Auto brauchen, können Sie eines mieten. Insgesamt fährt man mit diesem Konzept nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch deutlich billiger. Die ökologischsten Automodelle findet man auf autoumweltliste.ch.

Kreuzfahrten ❋❋❋Unterschätztes Thema. Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind Dreckschleudern: Sie fahren mit Schweröl und haben keine Abgasreinigung. Ein einziges Schiff pustet so viel Russ und Schwefel in die Luft wie Hunderttausende Autos – und das oft in sensiblen Küstengebieten. Auch die Klimabilanz ist nicht gut. Informieren Sie sich genau über Ihr Schiff, bevor Sie eine Reise buchen: nabu.de

Motor ❋❋❋Grundsätzlich: Der Motortyp ist beim Auto nicht das Entscheidende. Wichtiger ist erstens das Gewicht: Je schwerer das Auto, desto höher der Energieverbrauch für Produktion und Antrieb [→Autogrösse]. Wichtiger ist zweitens die Herkunft der Energie. Wenn es mit Kohlestrom fährt, produziert ein Elektroauto mehr Klimagase als ein Verbrennungsmotor. Wird es mit Ökostrom betrieben, ist der Betrieb zwar klimafreundlich, aber in der Batterie stecken trotzdem viele, teils heikle Rohstoffe.

Diesel ❋❋Die deutsche Autoindustrie hat Abgaswerte frisiert und zu Recht aufs Dach bekommen. Schade nur, dass dabei der Diesel unter die Räder geraten ist. Denn er ist besser als sein Ruf. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass Abgase und Klimagase nicht dasselbe sind. Abgase verpesten die Luft, Klimagase heizen die Atmosphäre auf. Beim Autoantrieb sind die beiden Gase leider Gegenspieler: Wer den Motor auf Klimafreundlichkeit optimiert, bekommt dafür viele Abgase. Und umgekehrt. Wenn nun die Autokäufer in Scharen vom Diesel zum Benziner wechseln, ist das zwar gut für die Luft, aber schlecht fürs Klima. Denn der Dieselmotor produziert weniger Kohlendioxid als der Benzinmotor. Der Klimawandel ist aber eindeutig das grössere der beiden Probleme – die Luft ist in den letzten Jahren ohnehin schon deutlich sauberer geworden. Wer also trotz gegenteiliger Empfehlung [?Motor] unbedingt ein herkömmliches Auto will, soll einen Diesel zumindest in Erwägung ziehen. Bitte auf die richtige Norm (Euro 6d-TEMP oder Euro 6d) achten, dann ist auch das Abgasproblem weitgehend vom Tisch. Für den reinen Stadtgebrauch ist der Diesel sicher der falsche Antrieb, weil ohne regelmässige Autobahnfahrten der Partikelfilter nicht richtig funktioniert. Wer noch ein altes Dieselauto hat, für den gilt folgende Faustregel: Mit Fahrzeugen der Norm Euro 6c oder älter bitte möglichst selten in die Stadt fahren. Und mit Fahrzeugen ohne Partikelfilter bitte möglichst gar nicht mehr fahren.

Fahrverhalten ❋❋Bremsen vernichtet Energie. Und erzeugt Feinstaub durch Abrieb. Darum lautet der wichtigste Rat für ökologischeres Chauffieren: Bremsmanöver vermeiden. Halten Sie Abstand, fahren Sie vorausschauend, nehmen Sie den Schwung mit. Anders formuliert: Fahren Sie mit dem Auto so wie mit dem Velo. Denn Velofahrer, die für jeden Pedaltritt die Energie selber aufbringen müssen, verhalten sich automatisch so, dass sie möglichst selten bremsen müssen.

Geschäftsreisen ❋❋Sie sind das kleinere Problem. Die Zahl der Business-Flugtrips pro Person stagniert, und die meisten Flugreisen sind ohnehin privater Natur [→Fliegen]. Überdies können wir im Beruf weniger gut steuern, wie und wie oft wir reisen. Trotzdem, ein wenig Einfluss hat jeder. Argumentieren Sie nicht ethisch, das kommt womöglich nicht gut an. Sagen Sie Ihrem Chef, Ihrer Chefin, dass es effizienter sei, dieses oder jenes per Skype zu erledigen, statt sich in den Flieger zu setzen. In Zukunft wird hier die erweiterte Realität (Augmented Reality, AR) grosse Erleichterungen bringen. Für Sitzungen und Konferenzen, deren Teilnehmer sich an verschiedenen Orten befinden, gibt es schon heute entsprechende Software. Und es ist absehbar, dass etwa Servicemonteure, die heute bis zu 80 Prozent ihrer Zeit unterwegs sind, in Zukunft mit aufgesetzter AR-Brille aus der Ferne einem Mitarbeiter vor Ort Anweisungen geben, welche Handgriffe er an einer Maschine vornehmen soll.

Kaltstart ❋❋Ein einziger Kaltstart mit einem Benzinauto erzeugt gleich viele Schadstoffe wie 500 Kilometer Fahrt auf der Autobahn. Dies liegt daran, dass der Katalysator erst funktioniert, wenn er heiss ist. Faustregel: Wenn der Motor zehn Minuten ausgeschaltet war, ist der Katalysator wieder kalt. Wer einen Benziner hat, sollte darum gut planen: Lieber eine grössere Fahrt statt viele kleine. Umparkieren vermeiden. Für Kürzestfahrten das Velo nehmen. Und nein, es ist keine gute Lösung, den Motor möglichst selten abzustellen. Denn er verbraucht auch im Leerlauf Benzin. Bei Diesel-, Hybrid- und Gasautos ist das Kaltstartproblem viel weniger ausgeprägt.

Klimaanlage ❋❋In vielen Autos ist die Klimaanlage standardmässig auf «Automat» eingestellt. Was viele nicht wissen: Die Anlage läuft dann auch bei kühlen Temperaturen. Ist etwa die Aussenluft 15 Grad warm, so kühlt die Klimaanlage sie auf 5 Grad ab, um sie zu entfeuchten, heizt sie dann wieder auf 20 Grad auf und pustet sie ins Autoinnere. Das braucht viel Energie. Darum schaltet man die Klimaanlage am besten ganz aus – jedenfalls solange es im Auto nicht wärmer als 25 Grad ist und die Scheiben nicht beschlagen.

Treibstoffverbrauch ❋❋Der Benzin- und Dieselverbrauch liegt bei den meisten Autos in der Praxis 20 bis 50 Prozent höher als ausgewiesen. Grund dafür ist der realitätsferne Test, mit dem der Verbrauch bis anhin gemessen wurde. Mittlerweile gibt es einen realistischen Test namens WLTP, doch solange sie es noch dürfen, geben die meisten Autoverkäufer lieber die alten, falschen Zahlen an. Fragen Sie Ihren Händler darum unbedingt nach den neuen WLTP-Zahlen, oder schlagen Sie diese hier nach: srf.ch.

Car ❋Gewiss: Die Eisenbahn ist ökologisch meilenweit besser als das Auto oder das Flugzeug. Dennoch ist sie nicht immer erste Wahl. Wer in der Schweiz oder in Frankreich Ferien macht, wo der Strom CO2-arm produziert wird, nimmt tatsächlich am besten den Zug. Für Reisen nach Deutschland oder Polen hingegen, wo viele Strecken nicht elektrifiziert sind und der Strom teilweise aus Kohlekraftwerken kommt, haben Fernbus und Car eine leicht bessere Klimabilanz.

Elektrovelo ❋Das Elektrovelo ist nicht so gut wie sein Ruf: Pro gefahrenen Kilometer belastet es die Umwelt mehr als ein Eisenbahnpassagier. Wegen des Booms der Elektrovelos werden auch weniger normale Velos verkauft, was für die Umwelt ein Minusgeschäft ist. Faustregel: Wo es das Auto, den Töff, das Töffli oder auch den Bus ersetzt, ist das Elektrovelo gut. Doch solange man fit genug ist, bleibt man besser beim Tretvelo.

Kompensieren ❋Klar, ein Flug mit Kompensation ist besser als ein Flug ohne Kompensation. Immerhin wird mit dem Geld zum Beispiel ein Wald in Nicaragua aufgeforstet, der dann der Atmosphäre das CO2wieder entzieht, das wir hinausgeblasen haben. Trotzdem, in ihrer Gesamtwirkung ist die Möglichkeit zur Kompensation zumindest zweifelhaft. Denn erstens entsteht dadurch der Eindruck, das Problem sei mit Geld lösbar. Zweitens besteht die Gefahr eines →Rebound-Effekts. Nach dem Motto: Ich habe mich freigekauft, also kann ich umso hemmungsloser drauflosfliegen.

Ist ja sehr hübsch, aber ist es auch wirklich nötig? Wenn wir nicht öfter mal das Licht ausmachen, sieht es für uns düster aus.
Ist ja sehr hübsch, aber ist es auch wirklich nötig? Wenn wir nicht öfter mal das →Licht ausmachen, sieht es für uns düster aus. (Bild: Sally Anscombe/Getty Images)

Wohnen

Bauen ❋❋❋❋❋In der Schweiz wird gebaut wie wild. Aus einem wirklich doofen Grund: weil die Zinsen so niedrig sind. Das treibt nicht nur die Zersiedelung voran, sondern auch den Klimawandel. Die Emissionen der Bauindustrie sind ein vernachlässigtes Thema: 7 Prozent des globalen CO2-Ausstosses stammen aus der Zementherstellung, nochmals 9 Prozent aus der Stahl- und Eisenproduktion. Und da ist der Diesel für die Baumaschinen noch nicht eingerechnet. Bevor Sie also dazu ansetzen, ein Haus zu bauen, überlegen Sie bitte: Muss es wirklich sein? Können Sie nicht einen der vielen leer stehenden Neubauten kaufen? Oder ein altes Haus sanft renovieren? Wenn es wirklich sein muss: Durch eine geschickte Wahl der Materialien und der Konstruktion lässt sich extrem viel graue Energie sparen. Bauen Sie leicht und kompakt, erwägen Sie die Nutzung von recyceltem Material, und achten Sie auf die Wiederverwertbarkeit Ihres Baus. Verlangen Sie, wenn Sie Offerten einholen, eine Berechnung des gesamten CO2-Verbrauchs, einschliesslich der Materialproduktion. Oder bauen Sie am besten gleich nach einem zertifizierten Standard. Minergie-Eco minimiert sowohl die Klimawirkung des Baus als auch den Energieverbrauch des Hauses im Betrieb:minergie.ch. Wenn Sie genug langfristig denken, lohnt sich das auch von den Kosten her.

Heizen ❋❋❋❋❋Riesenfaktor. 70 Prozent des direkten Energieverbrauchs der Schweizer Privathaushalte gehen aufs Konto des Heizens. Jedes bisschen, das Sie hier einsparen können, zahlt sich aus. Es reicht, ein wenig am Regler zu drehen: Eine um 1 Grad tiefere Raumtemperatur bedeutet 6 Prozent weniger Energieverbrauch. Nein, es ist kein Menschenrecht, im Winter im T-Shirt auf dem Sofa sitzen zu können. 20 Grad sind eine vernünftige Temperatur für die Stube, vielleicht 21 im Bad. In der Küche genügen 18 Grad, im Schlafzimmer 17 und eine Bettmütze. Ziehen Sie das Pyjama im Badezimmer an, wenn es Ihnen im Schlafzimmer dafür zu kalt ist. Verwenden Sie Zeitschaltuhren oder smarte Apps, um die Raumtemperatur in der Nacht und in den Ferien anzupassen – allenfalls auch tagsüber, wenn niemand zu Hause ist. Schliessen Sie nachts die Fensterläden. Bitte im Winter keine Fenster gekippt halten, stattdessen stosslüften. Was den richtigen Heizungstyp betrifft, so sind heute Wärmepumpen das Mittel der Wahl. Im Vergleich zu einer Ölheizung lassen sich damit gegen 90 Prozent CO2 einsparen. Richtig gerechnet, das heisst auf die ganze Lebensdauer, sind sie auch nicht teurer. Ausserdem sparen sie Platz, es braucht ja keinen Tank. Am effizientesten sind Erd- oder Wasser-Wärmepumpen – dafür sind Luft-Wärmepumpen günstiger bei der Installation. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, das heisst wenn Ihre alte Heizung noch funktioniert, so ist es vernünftiger, vor dem Ersatz zuerst das Haus richtig zu →Isolieren. Sie werden danach nur noch eine kleine Heizung benötigen. In der Stadt ist die Fernwärme eine ökologisch vertretbare Alternative zur Wärmepumpe, auf dem Land der →Holzofen.

Isolieren ❋❋❋❋❋Mit einer Dachisolation, Fassadendämmung und neuen Fenstern lassen sich bis zu 70 Prozent der Heizenergie einsparen. Bevor Sie handeln: Nehmen Sie sich Zeit, studieren Sie verschiedene Varianten, erstellen Sie ein Gesamtkonzept. Am besten, Sie kontaktieren einen qualifizierten Energieberater aus Ihrer Region. Den finden Sie unter energieschweiz.ch.

Wohnfläche ❋❋❋❋❋Die Kinder sind ausgezogen, der Partner ist gestorben: Von einem gewissen Alter an leben viele Menschen in einem viel zu grossen Haus. Ziehen Sie in eine kleine Wohnung! Mit der Reduktion der Wohnfläche um ein Drittel sparen Sie etwa 15 Prozent Ihres CO2-Verbrauchs ein.

Duschen ❋❋❋❋Alles, was mit Wärme zu tun hat, frisst viel Energie. In Schweizer Haushalten gehen 13 Prozent der Energie für das Warmwasser drauf – da lohnt es sich zu sparen. Duschen Sie kurz und nicht zu heiss, montieren Sie eine Sparbrause, das halbiert den Energieverbrauch. Unbedingt abzuraten, sowohl ökologisch als auch dermatologisch, ist von der offenbar zunehmenden Tendenz, zweimal täglich zu duschen. Selbst die tägliche Dusche ist keineswegs obligat, wenn man nicht gerade in einer Kohlenmine arbeitet. Probieren Sie in den Ferien aus, wie lange es ohne geht. Trotz allem ist eine Dusche immer noch viel besser als ein Vollbad, es sei denn, Sie tunken eine vierköpfige Kinderschar ins gleiche Badewasser. Ein Bad lässt man sich ja meist nicht aus hygienischen Gründen ein, sondern aus einem Bedürfnis nach Wärme und Wohligkeit. Aber vielleicht liesse sich dieses auch energiesparend mit einer Bettflasche und einer flauschigen Decke befriedigen?

Gärten ❋❋❋❋Sind für die Artenvielfalt unheimlich wichtig. Eine Untersuchung in Basel hat jüngst gezeigt: Selbst in isolierten Kleinstgärten leben erstaunlich viele Insekten. Die Vielfalt ist dabei umso grösser, je abwechslungsreicher der Garten ist. Bäume, Büsche, hohes und niedriges Gras, Steinmauern und Kiesflächen, Ast-, Laub- und Komposthaufen: Jedes Element ist ein Lebensraum für zusätzliche Arten. Vielfalt schafft Vielfalt! Bitte keinen Kirschlorbeer, Thuja und ähnliche Importgewächse setzen, denn unsere Vögel und Insekten stehen auf einheimisches Futter. Merkblätter und Tipps gibts unter birdlife.ch.

Bäume ❋❋❋Der Neubesitzer einer Liegenschaft legt als Erstes gern mal alle Bäume im Garten um. Sind ja schliesslich nicht seine. Bitte folgen Sie diesem Reflex nicht! Ein alter Baum ist viel mehr als ein Baum, er ist ein ganzes Ökosystem: Heerscharen von Vögeln und Insekten, Flechten und Pilzen leben davon. Nicht zuletzt speichert ein grosser Baum auch eine grosse Menge Kohlendioxid – das Fällen einer hundertjährigen Buche ist fürs Klima gleich schlimm wie ein Retourflug nach Tokio. Umgekehrt ist das Pflanzen eines Baumes die einfachste und billigste Massnahme, der Atmosphäre CO2 zu entziehen.

Gift ❋❋❋Verzichten Sie rund ums Haus und im Garten auf Gift. Es trägt zum Insektensterben bei, und viele Privatanwender dosieren es viel zu hoch. Übrigens: Auf versiegelten Flächen, etwa auf dem Sitzplatz und auf Wegen, ist die Anwendung von Herbiziden verboten – mit dem Regen landet das Zeug nämlich im nächsten Bach oder im Grundwasser. Für Alternativen zum Gift: giftzwerg.ch

Rasen ❋❋❋Die klassische Rasenfläche ist etwa so lebendig wie die nähere Umgebung des Südpols. Hand aufs Herz: Finden Sie diese grüne Einöde wirklich attraktiv? Verwandeln Sie einen Teil des Rasens in ein Blütenmeer. Eine Blumenwiese lässt sich ziemlich leicht anlegen und gibt erst noch wenig zu tun – man sollte sie höchstens zweimal jährlich mähen. Lassen Sie sich dabei Zeit: Verschiebt man den ersten Schnitt vom 15. Juni auf den 15. Juli, so verfünffachen sich etwa die Populationen von Heuschrecken und nützlichen Schlupfwespen in der Wiese. Merkblätter zum Anlegen von Blumenwiesen und anderen Ökoflächen gibts hier: stadt-zuerich.ch

Torf ❋❋❋Torfböden sind der grösste natürliche Kohlenstoffspeicher der Welt. Sie entziehen der Atmosphäre jährlich mehr Kohlendioxid als alle Wälder zusammen. Doch wenn man Torf abbaut oder Moore entwässert, entweichen die Klimagase wieder in die Luft. Fast 6 Prozent der menschlichen CO2-Emissionen stammen aus dieser Quelle. Darum sollten wir schleunigst damit aufhören, Torf zu verbrauchen. Immerhin sind die wenigen verbliebenen Schweizer Moore seit der Rothenthurm-Initiative geschützt. Aber der Torf, den Hobbygärtner immer noch in rauen Mengen verbuddeln, wird nun einfach importiert. Verzichten Siedarauf! Es gibt genügend Ersatzprodukte, die dem Torf zumindest ebenbürtig sind. Auf das Kleingedruckte achten: Auch sogenannte Bioerde kann Torf enthalten.

Waschen ❋❋❋Da lässt sich viel rausholen. Für normal verschmutzte Wäsche reichen 30 Grad – braucht zwei Drittel weniger Strom als 60 Grad. Konsequent mit dem Energiesparprogramm waschen und hohe Schleuderzahlen vermeiden. Auf den Tumbler verzichten, der ist ein Energiefresser. Selbst bei Minustemperaturen kann man die Wäsche draussen aufhängen, es braucht nur Geduld. Vorsicht, die Kleider können brechen, wenn sie steif gefroren sind. Sobald sie wirklich trocken sind, werden sie wieder weich.

Haustiere ❋❋Sie bereiten viel Freude – brauchen aber auch Energie. Haustiere fressen, beanspruchen Lebensraum, müssen zum Tierarzt. Je grösser sie sind, desto höher die Umweltbelastung: Die jährlichen Umweltkosten eines Pferdes entsprechen einer Autofahrt von 23 000 Kilometern. Die Belastung steigt, wenn man oft an Turniere reist, und sinkt, wenn man einheimische Hobelspäne statt Stroh als Einstreu verwendet. Ein durchschnittlicher Hund entspricht noch einer Autofahrt von 4000 Kilometern jährlich, wobei es entscheidend darauf ankommt, ihm keine Entrecôtes in den Fressnapf zu legen, sondern normales Hundefutter, das vorwiegend aus Schlachtabfällen besteht. Bitte in Wäldern und Naturschutzgebieten Hunde an die Leine nehmen [→Outdoor]. Eine einzelne Katze hat eine geringe Umweltbelastung – allerdings gibt es von ihnen so viele, dass ihre Gesamtpopulation doch wieder eine beträchtliche Wirkung hat. Katzen sind Raubtiere und erbeuten auch seltene Vögel und Reptilien. Am Waldrand oder in der Nähe von Schutzgebieten und Naturgärten darum möglichst keine Freigängerkatzen halten.

Holzöfen ❋❋Sind gut fürs Klima, aber schlecht für die Luft. Der Boom der Holzfeuerungen trägt zu einem nicht unbedeutenden Teil zur zunehmenden Feinstaubbelastung bei. Mit ein paar Tricks kann man die Verbrennung sauberer machen: nur gut getrocknetes Holz nehmen, kein Zeitungspapier zum Anzünden verwenden, vor dem Ins-Bett-Gehen die Luftzufuhr nicht kappen. Doch selbst aus dem besten Holzfeuer entweicht noch immer ziemlich viel Feinstaub. Darum sollte man Holzöfen nicht in dicht besiedelten Gebieten betreiben. Ideal sind sie in den Bergen, wo sich die Luft gut durchmischt und Wärmepumpen [?Heizen] nicht so effizient laufen. Darauf achten, dass das Holz aus nahe gelegenen, nachwachsenden Wäldern kommt. Auf reine Wohlfühlkamine am besten ganz verzichten.

Kochen ❋❋Öfter einmal kalt essen. Grosse Portionen kochen, die für zwei oder drei Mahlzeiten ausreichen. Zum Aufwärmen die Mikrowelle benutzen. Den Backofen nur sparsam einsetzen, nicht vorheizen, den Umluftmodus mit einer geringeren Backtemperatur wählen. Und egal, ob man von Hand oder per Maschine abwäscht: auf warmes Vorspülen verzichten.

Licht ❋❋Setzen Sie LED-Birnen ein: Sie halten länger und verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie anderer Lampentypen. Vorsicht vor dem →Rebound-Effekt. Für nächtliche Gänge oder auch beim Zähneputzen reicht ein Solarlicht, siehe etwa sonnenglas.net, so schlafen Sie nachher auch leichter ein. Solarlampen kann man auch im Garten verwenden, wobei – eigentlich braucht es draussen ja keine Dauerlichter. Die Lichtverschmutzung hat in den letzten Jahren extrem zugenommen und bedeutet den Tod von Millionen nachtaktiver Insekten. Verzichten Sie auf Zierlämpchen, und setzen Sie draussen nur Lichter ein, die Ihrer Sicherheit dienen. Richten Sie sie nach unten aus, versehen Sie sie mit einem Bewegungsmelder, und verdecken Sie möglichst den eigentlichen Leuchtkörper.

Tierfallen ❋❋Glasfronten, Swimmingpools, offene Schächte: Hier kommen unzählige Tiere zu Tode. Legen Sie ein Gitter über Schächte und Tonnen, bieten SieAusstiegshilfen aus Pools und Kellerabgängen – etwa ein nicht zu steiles Brett. Entschärfen Sie Glasscheiben mit hellen Vorhängen, gemusterter Folie, dicht platzierten Aufklebern. Auf die Form kommt es nicht an, wählen Sie ein Sujet, das Ihnen gefällt. Vorsicht: Es reicht nicht, ein paar Greifvogel-Silhouetten anzubringen:Vögel empfinden diese nicht als gefährlich, weil sie sich nicht bewegen. vogelglas.info.

Balkon ❋Auch wer in einem Block wohnt, kann etwas für die Insekten tun. In kleinerem Massstab lässt sich auf einem Balkon fast alles pflanzen, was auch im Garten wächst. Sie sorgen sich um die Bienen und haben darum ein Wildbienenhotel aufgestellt? Gut so. Aber sehen Sie zu, dass die Tiere auch etwas zu fressen haben. Taubenskabiose, Natternkopf, Esparsette, Wundklee und Glockenblumen sind bei Bienen besonders beliebt. Achten Sie darauf, dass möglichst von Frühling bis Herbst etwas blüht – aber verzichten Sie auf Geranien und Petunien: Sie sind ökologisch wertlos, denn man hat ihnen den Nektar weggezüchtet, damit sie länger blühen.

Begrünen ❋Fassaden und Dächer lassen sich begrünen. Das schafft Lebensraum und kühlt nebenbei gratis das Gebäude. Bringen Sie Nisthilfen an. Denken Sieauch bei Renovationen daran, die Fassade nicht zu Tode zu sanieren – Tiere brauchen Schlupfwinkel. Es gibt heute Lösungen, die tierfreundlich sind, ohne dadurch schlechter zu →Isolieren: bauen-tiere.ch.

Kühlschrank ❋Der Kühlschrank ist meistens viel zu kalt eingestellt. Drehen Sie ihn auf die wärmste oder zweitwärmste Stufe. Wenn Sie jedoch ein Problem mit →Foodwaste haben, lassen Sie den Kühlschrank besser kühl, so halten die Speisen länger. Regelmässig enteisen, Türe stets nur kurz öffnen. Tauen SieTiefgefrorenes im Kühlschrank auf, das senkt den Energieverbrauch.

Kinder sind ein Quell des Glücks. Aus Sicht des Umweltschutzes sind sie Plagegeister. Natürlich nur aus Sicht des Umweltschutzes.
→Kinder sind ein Quell des Glücks. Aus Sicht des Umweltschutzes sind sie Plagegeister. Natürlich nur aus Sicht des Umweltschutzes. (Bild: Getty Images)

Konsum & Freizeit

Kinder ❋❋❋❋❋Ein Tabuthema. Aber wir müssen es ansprechen, weil es so unheimlich wichtig ist. Während die sogenannte Überbevölkerung bis in die 1980er-Jahre noch als grosses Problem galt, scheint man sich heute damit abgefunden zu haben, dass die Zahl der Menschen wächst und wächst. Wer die simple Tatsache erwähnt, dass das Ausmass der Umweltprobleme proportional zur Bevölkerungszahl zunimmt, gilt schon fast als Provokateur. Als eine schwedisch-kanadische Studie 2017 «ein Kind weniger» als effektivste persönliche Massnahme zur Bekämpfung des Klimawandels bezeichnete, ging ein Aufschrei um die Welt. Natürlich, es ist eine hochprivate Frage. Wir wollen hier niemandem dreinreden – oder jedenfalls nur ein bisschen. Wir möchten, dass Sie die Umweltfrage wenigstens als ein Kriterium zulassen, wenn sich die Frage «Noch eins mehr oder nicht?» stellt. Es geht ja nicht nur darum, dass dieses Kind unvermeidlich Ressourcen verbrauchen und Kohlendioxid emittieren wird. Familienzuwachs ist häufig auch ein Grund, in ein grosses Haus zu ziehen oder halt doch ein Auto anzuschaffen, auch wenn man eigentlich nie eines wollte. Das Mindeste, was Sie tun können: Ihre Kinder zu ökologisch verantwortungsvollen Lebewesen erziehen.

Verzicht ❋❋❋❋❋Von grüner Seite, vor allem von Firmen, die auf der grünen Welle mitsurfen, ist oft zu hören, die Umstellung auf einen ökologischen Lebensstil bedeute gar keinen Verzicht. Das mag gut tönen, stimmt aber nicht. Der Verzicht ist sogar der Kern der Sache. Klar lassen sich die Bodylotion durch Biokörpermilch ersetzen und der BMW durch einen E-Golf, das bringt vielleicht auch ein bisschen etwas. Aber die Idee, wir könnten mit dem richtigen Konsum die Welt retten, ist falsch: Viele grüne Produkte, vom Biolachs über die Solarzelle bis zur Holzzahnbürste, sind gar nicht mehr so grün, sobald sie grossmassstäblich produziert werden. Bei allen entscheidenden Punkten geht es letzten Endes immer um ein Weniger: weniger Autos, weniger Fliegen, weniger Wohnraum, weniger Fleisch, weniger Kleider – mit einem Wort: weniger Konsum. Dass dies auch befreiend wirken, ja vielleicht sogar ein neues Lebensgefühl initiieren kann: geschenkt. Ein Verzicht bleibt es trotzdem.

Einkommen ❋❋❋Der Mensch empfindet sich als rationales, von Überzeugungen geleitetes Wesen. In Wahrheit folgen wir oft genug Gesetzen, von denen wir nicht einmal ahnen, dass sie existieren. So lässt sich denn auch der «Green Gap» erklären: die unübersehbare Diskrepanz zwischen grünem Denken und grünem Handeln. Nichts illustriert diese deutlicher als eine Umfrage in Deutschland vor ein paar Jahren, die ergab, dass ausgerechnet die Anhängerinnen und Anhänger der Partei der Grünen am meisten fliegen. Die Erklärung: Grünen-Wähler sind reicher als der Durchschnitt, und Reiche fliegen häufiger. Schlicht weil sie es sich leisten können. Dieses Gesetz ist offenbar stärker als jede Gesinnung. Den Zusammenhang zwischen Einkommen und Klimagas-Ausstoss findet man überall: In der Schweiz fliegen Personen mit einem Haushaltseinkommen über 12 000 Franken fünfmal so viel wie Leute mit einem Haushaltseinkommen unter 4000 Franken. Insgesamt verursachen die bestverdienenden 10 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer fast doppelt so viele Treibhausgase wie die 10 Prozent der am schlechtesten verdienenden. Wenn man von diesem Zusammenhang weiss, kann man aber auch etwas dagegen unternehmen. Erwägen Sie zum Beispiel, einen Tag weniger pro Woche zu arbeiten, wenn es von der Firma her möglich ist und Sie es sich leisten können. So überlisten Sie sich selber zu einem ökologischeren Verhalten: Sie werden 20 Prozent weniger konsumieren als bisher – und gewinnen dabei auch noch Lebenszeit.

Flicken ❋❋❋Wird noch zu wenig kultiviert. Lassen Sie Geräte auch dann reparieren, wenn Ihnen der Händler sagt, das lohne sich nicht mehr. Für die Umwelt lohnt es sich nämlich schon, bloss für den Händler nicht. Flickläden, Smartphonedoktoren und Schuhmacher sind höchst sinnvolle Institutionen. Ebenso Repair-Cafés, wo sich pensionierte Berufsleute mit viel Ehrgeiz und Fachwissen darum bemühen, kaputte Laptops und Nähmaschinen wieder zum Laufen zu bringen: repair-cafe.ch.

Kleider ❋❋❋Schweizerinnen und Schweizer halten den Weltrekord in Selbsttäuschung: Wir glauben, wir würden lediglich 26 Prozent unserer Kleider nie tragen – in Wahrheit sind es sogar 79 Prozent. Und trotzdem werden unsere Kleiderschränke immer voller. Gewöhnen Sie sich daher an, bevor Sie ein neues Teil kaufen, zu fragen: Wann ganz konkret werde ich das Stück tragen? Wie viele ähnliche Kleider habe ich schon zu Hause? Falls Sie zu Frustkäufen neigen, probieren Sie doch, auf etwas Materialärmeres umzusteigen, zum Beispiel auf Pralinen. Denn ökologische Kleider gibt es nicht. Kunstfasern brauchen viel Energie, Baumwolle viel Wasser (der Aralsee ist aus diesem Grund vertrocknet) und Spritzmittel (Bio ist hier die bessere Wahl). Nutzen Sie Kleiderbörsen, Secondhandshops, Tauschplattformen. Noch besser: Kultivieren Sie die Kleiderleihe. Man muss ja nicht alles besitzen. kleihd.ch

Lebensdauer ❋❋❋Das Smartphone ersetzen wir alle zwei Jahre – nicht weil es kaputt wäre, sondern weil das neue ein paar Funktionen mehr hat. Oder weil man es uns quasi nachwirft. Elektronische Geräte, Kleider, Schuhe: Kaum etwas wird bis an sein natürliches Lebensende genutzt. Auch beispielsweise Häuser[→Bauen] oder Autos werden vorzeitig ersetzt, gerne mit dem Hinweis, das neue sei dann energieeffizienter. In einer Gesamtbetrachtung geht das aber nur selten auf. Die Herstellung eines Neuwagens erzeugt so viel CO2 wie drei Langstreckenflüge. Das neue Autos vermag dies während seiner Lebenszeit durch seinen Minderausstoss nur in den wenigsten Fällen zu kompensieren. Einzig wer einen →Diesel ohne Partikelfilter hat, sollte einen vorzeitigen Ersatz erwägen – wegen der gesundheitsgefährdenden Abgase.

Outdoor ❋❋❋Es gibt kaum mehr einen Winkel des Landes, der nicht von Bewegungsmanikern in Beschlag genommen wird, mit immer ausgefalleneren Sportarten. Wir warten ja diesbezüglich noch auf das Snowdiving, Bachjoggen, Eisfallrodeln und die Baumkronenrallye mit Gleitschirmen. Lassen Sie den Tieren ein wenig Platz! Respektieren Sie Schutzgebiete und Wildruhezonen. Bleiben Sie auf den Wegen – Rehe und Vögel wissen, wo diese verlaufen, und halten Abstand. Wenn Sie plötzlich querfeldein daherkommen, schrecken Sie sie auf. Machen Sie keinen Lärm, nehmen Sie den Hund an die Leine, insbesondere von April bis Juni. Und gehen Sie nachts nicht im Wald biken oder joggen. Gestört durch die Menschen, haben viele Tiere ihre Aktivitätsphase in die Nacht verlegt – gönnen Sie ihnen wenigstens dann ihre Ruhe.

Recycling ❋❋❋Beim Recyceln sind wir Weltspitze – toll! Weiter so! Das Trennen und Entsorgen kommt unserem Ordnungssinn entgegen: Es ist erstaunlich, mit welchem Eifer sich die Leute dem neu aufkommenden Plastikrecycling widmen (nebenbei: Mit Ausnahme von PET ist die Wiederverwertung beim Plastik nicht viel besser als das Verbrennen). Was dabei vergessen geht: Auch bei der Abfallproduktion sind wir Weltspitze. Mit dem Recyceln und der Kehrichtverbrennung haben wir das Abfallproblem auf unserer Seite gelöst – mit dem ungedrosselten Konsum vergrössern wir aber gleichzeitig die Umweltprobleme in den Ländern, die unsere Güter herstellen. Drei Viertel der Umweltbelastung unseres Konsums entstehen im Ausland. Versuchen Sie darum, beim Weniger-Konsumieren genauso ambitioniert zu sein wie bei der Mülltrennung.

Unordnung ❋❋❋Seien Sie faul! Wer nicht immerzu das Gefühl hat, etwas unternehmen oder erleben zu müssen, der richtet weniger Schaden an. Ein krasses Beispiel sind unsere Gärten: Die meisten sind überbetreut. Lassen Sie das Laub im Herbst liegen, oder rechen Sie es zu Haufen zusammen, räumen Sie Totholz und Fallobst nicht weg, lassen Sie dürre Stängel stehen. Hier überwintern Kleintiere, ziehen ihren Nachwuchs auf, finden Futter. Was die Menschen als Unordnung empfinden, bedeutet für die Tiere Lebensraum. In einer Bodenmulde sammelt sich immer wieder Wasser? Bitte nicht einebnen! Die Mehlschwalben werden es Ihnen danken: Sie brauchen Lehm, Schlamm oder feuchte Erde für den Nestbau.

Geräte ❋❋Fernseher und Stereoanlage richtig ausschalten: Stand-by frisst Strom. Am besten überall ausschaltbare Mehrfachsteckdosen montieren. Handy und Laptop am Nachmittag laden, dann ist die Chance grösser, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Nach dem Laden das Kabel aus der Steckdose ziehen. Möglichst Geräte der besten Energieklasse kaufen – Orientierungshilfe geben topten.ch und compareco.ch.

Internet ❋❋Klar ist eine E-Mail ökologischer als ein Brief, ein Onlinevideo besser als eine DVD. Das Problem: Weil es so bequem ist, steigt der Energieverbrauch des Internets beständig, und zwar massiv [→Rebound-Effekt]. Jede Google-Suche, jedes gepostete Foto, jedes gestreamte Filmchen hinterlässt einen Fussabdruck. Versenden Sie Links statt grosser Dateien, nutzen Sie die Funktion «allen antworten» sparsam, kündigen Sie ungelesene Newsletter. Löschen Sie alte Mails bei Ihrem Provider und alte Dateien in der Cloud. Deaktivieren Sie Apps, die im Hintergrund mitlaufen. Je kleiner das Gerät, mit dem man ins Internet geht, desto energieeffizienter. Smartphone ist besser als Tablet ist besser als Laptop ist besser als PC. Verbinden Sie sich, wann immer möglich, via WLAN, es braucht viel weniger Strom als das Mobilfunknetz. Angenehmer Nebeneffekt: Der Akku hält länger. Reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit, dimmen Sie die Anzeige, nutzen Sie den Schlummermodus.

Männer ❋❋Rein ökologisch betrachtet, ist der Mann ein problematisches Wesen. Männer recyceln weniger. Männer in Single-Haushalten verbrauchen ein Viertel mehr Strom als Frauen in identischen Wohnungen. Männer essen wesentlich mehr Fleisch als Frauen. Gewiss, Frauen kaufen mehr →Kleider und Kosmetik, aber das wiegt das männliche Missverhalten niemals auf. Dagegen vorzugehen ist schwierig, denn hier sind archaische Kräfte am Walten. Jedenfalls haben psychologische Studien gezeigt, dass Männer das Gefühl haben, Umweltschutz sei etwas Unmännliches. Uns bleibt hier nur, an die technisch-kompetitive Seite zu appellieren, die ja auch vielen Männern innewohnt: Installieren Sie Gadgets, übernehmen Sie die Kontrolle über den Energiefluss in Ihrem Haus [→Messen]. SeienSie ehrgeizig, auch im Umweltbereich. Suchen Sie nach dem sparsamsten Kühlschrank, nach dem effizientesten Reiseweg. Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Nachbar eine bessere Ökobilanz hat als Sie. Mit einem Wort: Seien Sie ein Mann!

Onlineshopping ❋❋In einer idealen Welt wäre Onlineshopping genial: Über ein ausgeklügeltes Verteilnetz würden alle Waren hocheffizient zu den Haushalten gebracht – was viel ökologischer ist, als wenn jeder seine zwei Liter Milch persönlich mit dem SUV abholt. Leider, leider, ist die Welt nicht ideal, und darum sieht Onlineshopping in der Praxis oft eher so aus: Fünf Paar Schuhe bestellt, vier Paar wieder zurückgeschickt. Ist ja gratis und so bequem. Dass das weder effizient noch nachhaltig ist, dürfte selbst den sogenannten Heavy Shoppern einleuchten. Übrigens: Nicht selten werden Retouren einfach vernichtet, weil es sich nicht lohnt, sie zu prüfen und neu zu verpacken. Hier ein paar Regeln zum guten Umgang mit Onlineshopping: Rücksendungen minimieren. Besser keine Hosen oder Schuhe online kaufen, die muss man anprobieren. Einkäufe bündeln, und zwar bei möglichst wenig Anbietern. Auf Expresslieferungen und Same Day Delivery verzichten, denn dafür fährt der Lastwagen oftmals extra.

Wasser ❋❋Hier gibt es viele Missverständnisse. Zunächst einmal: Wasser kann nicht «verbraucht» werden, denn es befindet sich in einem endlosen Kreislauf. Mit Ausnahme des energiefressenden Warmwassers [→Duschen] hat es darum auch keinen Sinn, Wasser zu sparen, es sei denn, es herrscht wirklich Knappheit, was in der Schweiz lokal in Hitzesommern der Fall sein kann. Aus dem gleichen Grund ist es auch unlogisch zu sagen, für ein Kilo Rindfleisch würden 15 000 Liter Wasser «verbraucht», wie es oft heisst. Denn dieses Wasser besteht im Wesentlichen aus dem Regen, den es braucht, damit das Gras wächst, das die Kuh frisst. Der Regen fällt aber auch dann, wenn die Weide kuhfrei ist. Von einem Wasserverbrauch zu sprechen, ist nur dann hilfreich, wenn künstliche Bewässerung im Spiel ist. Problematisch ist die intensive Gemüse- und Obstproduktion in sehr trockenen Gebieten, etwa in Andalusien, wo es angeblich eine Million illegaler Brunnen gibt, um die riesigen Plantagen zu bewässern, damit wir jahrein, jahraus frische Tomaten und Erdbeeren haben [→Regional]. Ein Wasserproblem gibts etwa auch wegen der Modefrucht Avocado in Südamerika oder mancherorts wegen des Baumwollanbaus [→Kleider].

Bio ❋Hier begeben wir uns auf ein ideologisches Minenfeld. Bio ist zweifellos sympathisch: Man giftet nicht, ist lieb zu den Tieren, düngt weniger. Würden alle Schweizer Bauern auf Bio umstellen, wäre das ein Segen für unser Land – wir hätten eine höhere Artenvielfalt auf den Feldern und weniger Gift und Gülle in den Gewässern. Nur: Weil die Erträge im biologischen Landbau kleiner sind als im konventionellen, müssten wir dann mehr Lebensmittel importieren. Für jeden Bauern, der auf Bio umstellt, muss ein anderer irgendwo auf der Welt die Anbaufläche ausdehnen. Das reduziert den Naturraum und steigert den CO2-Ausstoss. Der Super-GAU ist dann erreicht, wenn Moore entwässert oder Wälder gerodet werden, um die Landwirtschaftsfläche zu vergrössern. Es gibt also zwei Betrachtungen: Pro Hektar gerechnet, ist die biologische Landwirtschaft besser als die konventionelle. Pro Kilo Endprodukt aber ist Bio gesamtökologisch nur gleichwertig, in Sachen Klima sogar eher schlechter als konventionell. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, gibt es nur eine Lösung: Massiv weniger →Fleisch und weniger Milchprodukte essen. Dann sinkt der Flächenbedarf der Landwirtschaft, und es hat Platz für nachhaltige Anbauformen.

Bioplastik ❋Gibt es nicht. Was als Bioplastik verkauft wird, mag aus organischen Materialien hergestellt sein, aber in einer Gesamtbetrachtung ist es nicht ökologischer als Kunststoff. Auch verrottet es nur zäh, weshalb Umweltorganisationen und Verwertungszentren von sich angeblich selbst zersetzenden Kompostsäckli abraten.

Bücher ❋Für Vielleser lohnt sich die Anschaffung eines E-Readers, denn dieser verbraucht sehr wenig Energie. Schon beim zehnten Buch, das man deswegen nicht auf Papier liest, kippt die Bilanz ins Positive. Wenn Sie doch lieber analog lesen: Verschenken Sie die Bücher nach Gebrauch. Oder nutzen Sie eine Bibliothek.

Kryptowährungen ❋Mag sein, dass ihnen die Zukunft gehört. Doch so, wie sie heute funktionieren, sind sie ökologischer Blödsinn. Denn die Technik dahinter verbraucht Unmengen von Energie, wobei es sich typischerweise um chinesischen Kohlestrom handelt. Allein Bitcoin verbraucht so viel Strom wie die ganze Schweiz. Solange niemand eine schlauere Technologie entwickelt hat: die Finger davon lassen.

Mikroplastik ❋Gehört zu den wenigen Umweltproblemen, die vermutlich überschätzt werden. Nach heutigem Wissensstand ist Mikroplastik in den gegenwärtigen Konzentrationen im Salz-wie im Süsswasser nicht gefährlich für die Tiere. Kommt dazu, dass bei uns Kläranlagen fast das ganze Mikroplastik aus dem Wasser fischen. Das Bemühen, Mikroplastik aus unseren Produkten zu verbannen, ist schon richtig. Aber Alarmismus ist nicht angebracht.

Naturbad ❋Bei grosser Hitze und Trockenheit nicht in kleinen Bächen und Tümpeln baden. Dies gilt insbesondere für Hunde. Die Fische sind bei hohen Temperaturen und Niedrigwasser ohnehin schon am Anschlag und vertragen keinen zusätzlichen Stress. Auch wer sich mit Insektenspray eingesprüht hat, sollte nicht ins Wasser: Die Mittel sind tödlich für manche Amphibien.

Plastik ❋In der Öffentlichkeit hat Plastik in den letzten Jahren das Robbenbaby als Umweltthema Nummer eins abgelöst. Wem ginge der Anblick eines Albatros nicht zu Herzen, der an verschlucktem Plastik verreckt ist? Am nächsten Tag reissen wir die Kunststofffolie von den Bio-Rüebli und fühlen uns schuldig. Das Problem ist: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Natürlich kann auch Ihre Plastikfolie ins Meer gelangen, wenn Sie sie in die Aare schmeissen – aber das tun Sie ja nicht, oder? 86 Prozent des Plastiks, das via Flüsse in die Ozeane gelangt, stammen aus Asien. Aus Europa kommen gerade mal 0,3 Prozent. Überdies sind für das Ökosystem Meer andere, weniger sichtbare Probleme vermutlich schlimmer als Plastik: Sauerstoffmangel, Wassererwärmung, Versauerung, Überfischung. Wenn Sie wirklich persönlich etwas für die Meere tun wollen, dann hören Sie auf, →Fisch zu essen.

Verpackungen ❋Die epische Diskussion um überflüssige Verpackungen verstellt den Blick auf das Wesentliche. Das Wesentliche ist der Inhalt, nicht die Hülle. Das Problem am Kaffee ist nicht der Becher, das Problem am Smartphone nicht die überdimensionierte Schachtel, das Problem am Einkauf nicht der Plastiksack von der Kasse. Das Problem ist vielmehr die Umweltbelastung durch die Produktion der Waren. Im Vergleich dazu ist die Verpackung meistens vernachlässigbar (Ausnahme:→Mineralwasser). Wer es trotzdem genauer wissen will: Leichte Verpackungen sind meistens besser als schwere – darum muss man den Baumwollsack für viele Dutzend Einkäufe benutzen, bis er ökologisch mit den dünnen Plastiksäckchen gleichzieht. Wiederverwertbare Materialien sind besser, also lieber Mehrweg-statt Einwegflaschen. Die beste Verpackung ist gar keine: Zero-Waste-Läden, mit dem Korb auf den Markt. Allerdings halten unverpackte Waren weniger lang, es droht →Foodwaste.

Nicht nur Glace: Jeder von uns wirft jede Woche zwei Kilogramm Essen weg. Dabei ist es sehr einfach, Foodwaste zu vermeiden.
Nicht nur Glace: Jeder von uns wirft jede Woche zwei Kilogramm Essen weg. Dabei ist es sehr einfach, →Foodwaste zu vermeiden. (Bild: Cultura/Andrea Bakacs)

Ernährung

Fleisch ❋❋❋❋❋Fleisch ist nicht per se böse. Es ist als Nahrungsmittel nur schaurig ineffizient. Tiere stehen in der Nahrungskette weiter oben als Pflanzen. Damit wir ein Tier essen können, muss dieses sehr viele Pflanzen gefressen haben. Für 1 Kilo Fleisch braucht es bis zu 20 Kilo Futter. Auch andere Tierprodukte wie Milch, Butter, Käse und Eier haben eine schlechte Umweltbilanz. Darum ist der Ernährungsfussabdruck von Vegetariern um 24 Prozent, von Veganern gar um 40 Prozent kleiner als jener von Fleischessern. Wir müssen aber nicht gleich alle zu Vegis werden. Zweimal Fleisch pro Woche liegt nach den Gesetzen der Nachhaltigkeit drin [→Ziele setzen]. Bei der Frage «Welches Fleisch?» wird es kompliziert. Die natürliche Antwort in der Schweiz wäre eigentlich «Rind». Kühe sind eine geniale Erfindung: Sie verwandeln Gras, das dem Menschen als Nahrungsmittel nicht zugänglich ist, in Milch und Fleisch. Und zwar auch auf Flächen, die für den Ackerbau zu steil oder zu hoch gelegen sind. Nebenbei schützen sie auch noch die Alpweiden vor Vergandung, was wichtig ist für die Biodiversität. Doch es gibt ein Problem mit den Rindern: Beim Wiederkäuen stossen sie grosse Mengen an Methan aus, ein extrem wirksames Klimagas. Gemessen an der Umweltbelastung pro Kilo, ist Rindfleisch so ziemlich das Schlechteste, was man überhaupt essen kann. Besonders negativ ist dabei ausgerechnet Fleisch aus tierfreundlicher Weidehaltung: Ohne Zufütterung wachsen die Kühe langsamer und rülpsen darum mehr Methan, bis sie ihr Endgewicht erreicht haben. Es ist verzwickt, und eine einfache Lösung gibt es nicht. Faustregel: Wenn Sie es wirklich schaffen, auf zweimal Fleisch pro Woche runterzukommen, dann greifen Sie zu Rind oder Lamm aus Weidehaltung. Wenn Sie hingegen wissen, dass Sie vom Fleisch nicht lassen können, und wenn Ihnen das Tierwohl nicht so wichtig ist, dann bleiben Sie bei Schwinigs oder Poulet aus der Intensivhaltung. Es richtet zumindest punkto Klima weniger Schaden an.

Foodwaste ❋❋❋❋Üble Sache. Jeder und jede von uns wirft wöchentlich zwei Kilo Lebensmittel weg. Sie nicht? Führen Sie eine Zeit lang ein Abfalltagebuch, das öffnet die Augen. Auch ein verfaulter Apfel, den wir auf den Kompost schmeissen, ist Foodwaste, denn er hat Transportenergie, Dünger und allenfalls Spritzmittel verbraucht (es sei denn, er stammt aus dem eigenen Garten). Wichtig und oft vergessen: Die Resten, die wir auf dem Teller zurücklassen. Kultivieren Sie den Doggybag! Kein Wirt, kein Gastgeber wird es Ihnen übel nehmen, wenn Sie sich etwas einpacken, im Gegenteil. Gewöhnen Sie sich an, selber einen geeigneten Behälter mitzunehmen, wenn Sie eine schwache Esserin sind – man will ja nicht jedes Mal den Kellner bemühen. Ein paar Tipps für zu Hause und im Laden: Die alten Lebensmittel im Kühlschrank nach vorne stellen, die neuen nach hinten. Sich auf die Nase verlassen statt auf das Ablaufdatum. Sich ein Repertoire an Restenrezepten zulegen (Teigwarensalat, Fotzelschnitten, Ofenguck). Statt einzukaufen: alle Zutaten, die man noch im Kühlschrank findet, zusammen mit dem Stichwort «Rezept» googeln, es kommt meist etwas Sinnvolles heraus. Wenn man trotzdem einkaufen geht: eine Liste machen. Nicht mit leerem Magen losziehen, dann kauft man weniger. Im Laden die Milch mit dem knappsten Verfalldatum nehmen, wenn man sie ohnehin bald aufbraucht.

Gastronomie ❋❋❋❋Es ist paradox: Viele Menschen achten sehr bewusst darauf, was sie einkaufen – bestellen aber im Restaurant oder am Imbissstand, ohne viel nachzudenken. Dabei ist der Fussabdruck der Ausserhausverpflegung keineswegs kleiner als daheim: Etwa die Hälfte der Hauptmahlzeiten und auch die Hälfte des Fleisches konsumieren wir auswärts, Tendenz steigend. Gewöhnen Sie sich an, in der Gastronomie die gleichen Massstäbe anzulegen wie im Laden. Die Massstäbe sind: wenig →Fleisch und wenig Milchprodukte, keine Flugware, kein Gemüse aus geheizten Gewächshäusern, auf →Regional und →Saisonal achten. Lesen Sie das Kleingedruckte in der Speisekarte, fragen Sie nach.

Fisch ❋❋❋Kürzestform der Geschichte des Speisefischs der letzten fünfzig Jahre: Der Pro-Kopf-Konsum hat sich verdoppelt, die Populationen haben sich halbiert. Im grossen Stil sind auch Fischzuchten ökologisch problematisch. Wie man es auch dreht und wendet, mehr als zweimal Fisch pro Monat gibt die Welt nicht her. Am besten greifen Sie zu einheimischen Arten oder zu Zuchtkarpfen [→ Kolumne von Christian Seiler].

Kaffee ❋❋❋Hat den grössten Fussabdruck aller Getränke. Jede Tasse entspricht einer Autofahrt von einem Kilometer. Insgesamt macht Kaffee 9 Prozent unserer Ernährungsumweltbelastung aus. Eine einfache Lösung gibt es nicht. Der einzige sinnvolle Rat: Auf Tee umsteigen, der ist weniger umweltschädlich.

Saisonal ❋❋❋Bringts. Wer darauf achtet, erwischt garantiert keine Treibhaus- oder Flugware. Insbesondere →Männer haben oft keine Ahnung, was bei uns wann Saison hat. Hier kann man nachschauen: wwf.ch. Einheimisches Gemüse ausserhalb der Saison stammt meist aus beheizten Gewächshäusern, was ihnen eine miserable Energiebilanz gibt. Immerhin: Coop und Migros wollen in den nächsten Jahren sukzessive auf die fossile Beheizung von Gewächshäusern verzichten. Es gibt aber auch gut lagerbares hiesiges Gemüse, das man ohne grosse Bedenken das ganze Jahr kaufen kann, beispielsweise Zwiebeln, Lauch, Rüebli, Kartoffeln, Randen. Einheimische Früchte frisch ab Baum, etwa Äpfel, Birnen oder Kirschen, haben wohl von allen Lebensmitteln die geringste Umweltbelastung pro Kalorie. Mit zunehmendem Abstand zur Saison läppert sich aber die Energie für die Kühlung zusammen, sodass ein einheimischer Lagerapfel im Frühling nicht mehr zwingend die bessere Ökobilanz hat als ein mit dem Schiff aus Neuseeland importierter Frischapfel. Die ökologischste Variante ist ohnehin, im Herbst grössere Mengen von Äpfeln oder auch Gemüse zu kaufen und auf dem Balkon, im Keller oder in einer sogenannten Erdmiete im Garten zu lagern. Das geht gut bis im März und kostet null Energie, braucht aber ein wenig Fingerspitzengefühl. Detailwissen gibts zum Beispiel hier: hausinfo.ch

Wein ❋❋❋Ist fast so schlimm wie →Kaffee. Die gute Nachricht: Beim Wein gibt es eine Lösung. Sein übergrosser Fussabdruck rührt nämlich daher, dass Reben anfällig für Pilzkrankheiten sind. 60 Prozent der Fungizide werden in Europa in Rebbergen ausgebracht – obwohl die nur 5 Prozent der Anbaufläche ausmachen. Die Ökobilanz von Biowinzern ist übrigens nicht besser: Statt synthetische Mittel spritzen sie Kupfer, ein Schwermetall, das sich im Boden anreichert. Die Lösung besteht in neu entwickelten, pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, sogenannten Piwi-Weinen. Sie verbreiten sich immer mehr, und mittlerweile rümpfen auch die Kenner nicht mehr präventiv die Nase, wenn man eine Flasche öffnet. Die Umstellung auf Piwi kann die Umweltfolgen des Weinkonsums halbieren. Wem die Artenvielfalt wichtig ist, der achtet zusätzlich auf das Label «Delinat». delinat.com

Mineralwasser ❋❋Wer sich unterwegs eine Flasche kauft, muss kein schlechtes Gewissen haben. Zu einem relevanten Umweltfaktor wird Mineralwasser erst dadurch, dass wir zu Hause und im Büro unglaubliche Mengen davon in uns hineinschütten, nämlich 115 Liter pro Kopf und Jahr, oft in PET verpackt und mit dem Auto transportiert. Die gute Nachricht ist, dass es sich um ein Problem handelt, das Sie ultraleicht aus der Welt schaffen können: Trinken Sie Hahnenwasser! Es belastet die Umwelt etwa 500-mal weniger als Mineralwasser. Nein, Hahnenwasser ist nicht ungesund, verseucht oder sonst bedenklich. Es ist exakt genau gleich gut wie Mineralwasser. Und man spart erst noch Geld damit.

Regional ❋❋Konsumpatriotismus ist Mode, wird aber manchmal überschätzt. Eine konsequente Umstellung auf regionale Nahrungsmittel reduziert den Ernährungsfussabdruck um 4 Prozent. Das ist nicht nichts, aber sechsmal weniger als ein Wechsel zu Vegi [→Fleisch]. Entscheidend ist, keine eingeflogenen Lebensmittel (z. B. Mangos oder Papayas) zu kaufen, sie sind für das Klima bis zu zehnmal so schädlich wie mit dem Schiff transportierte. Coop und Migros kennzeichnen sie mit dem Vermerk «by air». Mit Ausnahme der Flugwaren spielt der Transport für die Gesamtökobilanz aber eine geringe Rolle, viel wichtiger ist die Anbaumethode. Im Winter erzeugt eine im beheizten Gewächshaus produzierte Schweizer Tomate zehnmal so viel Klimagase wie eine Freilufttomate aus Andalusien [→Saisonal]. Dafür ist die spanische Tomate wegen der Bewässerung problematisch [→Wasser]. Die ökologisch korrekte Wintertomate ist daher jene aus der Büchse.

Hofläden ❋An sich eine gute Sache. Nur liegen sie meist abseits und generieren Mehrverkehr. Das Bauernbrot oder auch die selbst gepflückten Erdbeeren bekommen eine grausam schlechte Ökobilanz, wenn Sie ihretwegen extra zwei Tonnen Blech bewegen. Nehmen Sie das Velo!

Palmöl ❋Steckt in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel. Kostet Regenwald, aber der Umstieg auf andere Öle wäre eine Verschlimmbesserung, da beispielsweise Kokospalmen beinahe fünfmal so viel Platz pro Liter Ertrag brauchen wie Ölpalmen. Palmöl mit Nachhaltigkeitssiegel ist auch nicht wirklich nachhaltig. Mit der App CodeCheck kann man verarbeitete Produkte wie Glace, Guetzli, Frischbackwaren, Fertigpizza, Schokolade oder Margarine auf ihren Palmölgehalt überprüfen. Aber wie gesagt, andere Öle haben auch keine bessere Ökobilanz. Der einzige Rat, den man momentan geben kann: Kaufen Sie wenn möglich Frischwaren.

An Wasser herrscht an sich kein Mangel. In manchen Regionen jedoch schon, etwa weil wir im Winter unbedingt frische Tomaten wollen.
An →Wasser herrscht an sich kein Mangel. In manchen Regionen jedoch schon, etwa weil wir im Winter unbedingt frische Tomaten wollen. (Bild: Getty Images)

Kommunikation & Diverses

Rebound-Effekt ❋❋❋❋❋Es ist extrem wichtig, ihn zu verstehen, denn er macht so manche gute Bemühung zunichte. Der Rebound-Effekt erklärt zunächst, warum der Gesamtenergieverbrauch ständig steigt, obwohl doch die einzelnen Geräte immer effizienter werden. Krasses Beispiel: Vor vierzig Jahren verbrauchte eine einzelne Rechenoperation mit dem Computer eine Million Mal mehr Energie als heute. Trotzdem verdoppelt sich der Energieverbrauch der Informatik-Infrastruktur etwa alle fünf Jahre. Weil Rechenoperationen so billig, so bequem, so nützlich geworden sind, dass ihre Zahl explodiert ist. Es handelt sich um eine Rückkopplung: Der Effizienzgewinn ermöglicht Verschwendung, die den Gewinn dann teilweise oder ganz zunichte macht. Man findet dieses Phänomen überall. So lassen etwa die Leute typischerweise das →Licht länger brennen, wenn sie Sparlampen eingesetzt haben – eine Betriebsstunde ist ja jetzt billiger. Es geht auch indirekt: Mit dem Geld, das ich bei den Lampen spare, kaufe ich mir einen grösseren Fernseher. Und schon ist der Gewinn für die Umwelt wieder futsch. Der Rebound-Effekt hat eine starke moralische Komponente: So legen viele Menschen mehr Kilometer zurück, sobald sie ein sparsames oder elektrisches Auto gekauft haben. Offenbar trägt jeder von uns eine Art moralisches Konto in sich, das ihm für jede gute Tat eine Sünde erlaubt. Darum glauben auch viele Leute, sie täten genug für die Umwelt, wenn sie Aludeckeli sammeln, und müssten sich nicht weiter bemühen. Ins gleiche Kapitel gehört, dass sich Reiche mit schlechtem Gewissen gern einen Tesla kaufen, um ihren verschwenderischen Lebensstil quasi reinzuwaschen. Was können Sie tun? Seien Sie sich des Effekts bewusst, das hilft schon viel. Bemühen Sie sich um Objektivität, kontrollieren Sie sich: Ist der Energieverbrauch mit der neuen Heizung wirklich zurückgegangen [→Messen], oder drehe ich nun die Temperatur höher? Setzen Sie sich eine Belohnung aus, wenn Sie die selbst gesteckten Umweltziele erreichen [→Ziele setzen]. So können Sie Ihr inneres Moralkonto auf relativ unschädliche Weise wieder ausgleichen.

Messen ❋❋❋❋Ein grosses Hindernis für den Umweltschutz: Für viele Leute wirken die Probleme abstrakt. Der Klimawandel zeigt sich vorab in Statistiken, und auch die Auswirkungen des eigenen Tuns sind selten direkt sichtbar. Darum kann es nützlich sein, ein Feedback zu seinem Verhalten zu bekommen. Ein Beispiel sind sogenannte Smart Meters zur Messung des Stromverbrauchs. Dank der zugehörigen App sieht man direkt auf dem Handy, wie der Verbrauch sinkt, wenn man den Radiator runterdreht. Eine Studie hat gezeigt, dass zum Beispiel der Energieverbrauch beim Duschen dauerhaft um 22 Prozent zurückgeht, wenn einem eine Anzeige am Duschkopf den aktuellen Warmwasserkonsum unmittelbar vor Augen führt. Ein einfacher und sehr hilfreicher Schritt ist es auch, mit einem Footprintrechner die Klimawirkung des eigenen Lebensstils zu bestimmen: footprint.ch. Dauert nur eine Viertelstunde. Nid pschiisse, sonst kann man es gleich sein lassen. Sie werden vielleicht überrascht sein, wie schlecht Sie abschneiden, gerade wenn Sie das Gefühl haben, eigentlich ein umweltbewusster Mensch zu sein. Immerhin versetzt einem die Selbstanalyse womöglich den entscheidenden Schubs, endlich etwas zu verändern. Der Footprintrechner zeigt auch gleich an, in welchen Bereichen man das grösste Verbesserungspotenzial hat.

Ziele setzen ❋❋❋❋Es ist nicht leicht, sein Leben zu ändern. Wenn Sie wirklich gewillt sind, etwas für die Umwelt zu tun, dann wählen Sie ein Gebiet mit einem grossen Impact-Faktor, also etwa →Autofahren, →Fleisch essen,→Fliegen oder →Heizen. Nehmen Sie das, was Ihnen am wenigsten wehtut. Setzen Sie sich ein Ziel. Und fangen Sie klein an: ein autofreier oder ein fleischfreier Tag pro Woche, ein flugloses Jahr. Je konkreter der Vorsatz ist, desto eher halten Sie ihn ein: «Immer dienstags nehme ich das Velo.» Kaufen Sie einen Helm, bringen Sie das Velo in Schuss. Notieren Sie sich Ihr Ziel, oder erzählen Sie Leuten davon, das verpflichtet. Noch besser: Schliessen Sie sich zusammen mit einem Freund, mit einer Arbeitskollegin, und verfolgen Sie das Ziel gemeinsam. Das wird Sie davon abhalten, im entscheidenden Moment doch wieder zum Autoschlüssel zu greifen. Wenn Sie die Anfangshürde einmal genommen haben, können Sie die Dosis steigern und Ihr Engagement auf andere Felder ausweiten.

Teilen ❋❋❋Gute Sache. Und funktioniert mit fast allem: Autos, Kleider, Maschinen, Fertigkeiten. Besonders sinnvoll bei Geräten, die wir selten brauchen – eine typische Bohrmaschine läuft in ihrem Leben angeblich nur zwölf Minuten. Auch das Wohnungsteilen wäre an sich eine gute Idee, doch kommt hier ein starker →Rebound-Effekt ins Spiel: Es hat das Übernachten so bequem und billig gemacht, dass die Leute deswegen mehr reisen und konsumieren. Insgesamt hat Airbnb daher zu einer Steigerung des Energieverbrauchs geführt.

Vorbilder ❋❋❋Es fehlt in unserer Gesellschaft an grünen Vorbildern. Gewiss, Ökopedanten und Sauberfrauen können nerven. Viel schlimmer aber sind jene gar nicht so seltenen Zeitgenossen, die Wasser predigen und Kerosin trinken. Zu grossen Klimakonferenzen fliegen gern mal zwanzigtausend Leute ein, Umweltjournalisten jetten nach Grönland, um den Gletschern beim Schmelzen zuzuschauen, und auch Vogelschützer befliegen gern hinterste Winkel der Welt, um die letzten Exemplare einer aussterbenden Gattung aufzuscheuchen. Bemerkt denn niemand diesen Widerspruch? Immerhin, Greta Thunberg bewegt sich ökologisch korrekt mit dem Zug. Aber schon eine ihrer Schweizer Mitstreiterinnen, 17-jährig, gibt als ihr Hobby «Reisen» an, gerne auch nach Übersee, und das keineswegs mit dem Tretboot. Wie geht das mit der Forderung nach null Treibhausgas bis 2030 zusammen? Der entstehende Eindruck ist fatal. Denn die Leute denken sich: Wenn nicht mal die sich daran halten, warum sollte dann ich?

Reden ❋❋Ökologisch handelnde Menschen stecken in einem Dilemma: Eigentlich würden sie gern über ihr Verhalten reden, denn sonst können sie ja niemanden damit anstecken [→Vorbilder]. Doch manche Leute verdrängen Umweltthemen instinktiv und reagieren allergisch, wenn man sie darauf anspricht – niemand wird gern an seine Unzulänglichkeit erinnert. Ein Trick, der hier vielleicht helfen kann: Hängen Sie Ihre ökologische Überlegenheit nicht an die grosse Glocke. Sprechen Sie die Themen an, aber reden Sie nicht nur von Ihren Erfolgen, sondern vor allem von Ihrer eigenen Unvollkommenheit, von Ihrem Kampf mit dem inneren Schweinehund. Spezialtipp für Frauen, die möchten, dass ihr Partner [→Männer] weniger Fleisch isst: Reden Sie nicht darüber, kochen Sie einfach vegetarisch. Wenn es gut schmeckt, wird er es gar nicht merken.

Reminder ❋❋Heften Sie kleine Zettel an strategisch wichtige Punkte, die Sie im entscheidenden Moment sehen. Beim Lichtschalter: «Licht aus!» Am Kühlschrank: «Resten essen!» An der Waschmaschine: «Ökoprogramm!» Hört sich doof an. Aber es wirkt.

Zum Nachlesen

P. Pinzler, G. Wessel: «VIER FÜRS KLIMA. Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben», Droemer Verlag, 2018. Eine Familie will ihren ganz persönlichen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten – und schafft es, ihren CO2-Jahresausstoss um immerhin 31 Prozent zu senken. Wir leiden mit, wenn die Familie schweren Herzens auf die Griechenland-Ferien verzichtet und stattdessen in die französischen Alpen fährt. Es ist ein ehrliches Buch, weit weg von den Lifestyle-Fibeln, wie man sie in diesem Genre auch manchmal findet. Und es macht Mut, denn die Familie verliert ihre Lebensfreude keineswegs, ganz im Gegenteil.

G. Klaus, N. Gattlen: «NATUR SCHAFFEN. Ein praktischer Ratgeber zur Förderung der Biodiversität in der Schweiz», Haupt Verlag, 2016. Ein Buch voller Tipps und Anregungen, die zeigen, wie die verbliebene Artenvielfalt geschützt werden kann – im Haus, im Garten, in Gemeinde und Schule. Erscheint demnächst bereits in zweiter Auflage, ist vorbestellbar.

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