Die schönsten Joggingrouten von Zürich

Für Anfänger und Fortgeschrittene: Wir haben für Sie zehn interessante Laufrouten der Stadt zusammengestellt.

Zürichs Laufvielfalt erleben: Die Weite der Allmend Brunau, am See über die Quaibrücke, am Zürichhorn vorbei und im Seefeld dem Hornbach entlang.

Von Emil Bischofberger und Patrick Vögeli

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das gilt für jeden Lebensbereich, so auch beim Laufen. Darum laufen die, die regelmässig laufen, regelmässig die gleichen Routen. Das wollen wir ändern, und haben zur Inspiration die zehn schönsten Strecken der Stadt zusammengestellt. Manche sind altbekannt, manche ungewohnt. Probieren Sie sie aus. Und wenn Sie mit dem ankommenden Frühling mit dem Gedanken spielten, nun wieder einmal die Laufschuhe zu schnüren – noch besser: Wählen Sie eine der Routen und geniessen die neuen Eindrücke.

Viel Spass!

 

 

1. Schönheit braucht keine Kreativität

Rund ums Seebecken

leicht
45–55 Minuten8,9 km~0 HmStart: Bürkliplatz, Kreis 1
500 m
Leaflet | © OpenStreetMap ta-interaktiv

Auf die Idee sind Sie auch schon gekommen. Aber das Seeufer ist zu schön, um hier ignoriert zu werden. Wir laufen erst zum Zürichhorn, den Blick immer mal wieder aufs Wasser richtend, zugleich den Spaziergängern ausweichend. Am Wendepunkt drehen wir eine Runde um die Skulptur von Tinguely, das wäre auch der Ort für ein Selfie. Zurück zum Bürkliplatz und Richtung Landiwiese. Auch dort wenden wir spielerisch: Mit einer Runde auf der Saffa-Insel. Wer noch Energie für zwei zusätzliche Kilometer hat, kann auch weiterlaufen. Der Seeuferweg bleibt abwechslungsreich, bis bei der Roten Fabrik und dem Cassiopeiasteg definitiv umgekehrt werden muss.

2. Grüne Runden im Verkehrsdickicht

Im Irchelpark

leicht
5–8 Minuten1,1 km (1 Runde)6 HmStart: Irchelpark, Kreis 6
100 m
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Mehr Verkehr als rund um den Irchelpark geht nicht. Und trotzdem ist der Strassenlärm nach einer halben Laufrunde ausgeblendet, kehrt Ruhe ein in diesem Grün inmitten des Verkehrsdickichts – der perfekte Ort für eine aktive Mittagspause. Die Finnenbahn ist der logische Startpunkt der Laufrunde. Doch diese kann von Runde zu Runde variiert werden. Mal nur um den kleinen Teich, dann wieder hoch bis zur Überdachung der rauschenden Strassenschneise. Wer hier weiterläuft, durchquert den Irchel Campus und wird nur Minuten später definitiv vom Grün verschluckt, jenem des Zürichberg-Waldes.

3. Big City Life

Durch die hochwachsende Stadt

leicht
35–45 Minuten6,6 km100 HmStart: Landesmuseum, Kreis 1
500 m
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Das Limmatufer ist eine logische Läufer-Destination. Hier ist es aber nur der Weg zum Filetstück des Laufs, dem Gleisbogen Zürich-West. Beim Ampèresteg wird der Fluss überquert, die rote Farbe der Brücke weist den Weg: zum roten Fuss- und Veloweg, der über die Gleisbogen-Passerelle führt, in einer lang gezogenen Linkskurve entlang den Gleisen bis zum Prime Tower. Nirgendwo fühlt sich Laufen in Zürich grossstädtischer an als hier, durchs in die Höhe wachsende Zürich-West. Vom höchsten Gebäude Zürichs führt die Route weiter Richtung Viadukt. Auf dem Gehweg über den Viaduktbögen geht es wieder Richtung Limmat und Platzspitz, zurück zum Start.

4. Miau!

Um den Katzen- und den Büsisee

leicht
40–50 Minuten7,8 km77 HmStart: Bahnhof Affoltern ZH, Kreis 11
1 km
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Das Wasser zieht den Läufer auch im Norden der Stadt an. Hier ist der Läufer-Dichtestress noch nicht ganz so akut – und die Stadt zugleich schon sehr weit weg. Gefühlt wie landschaftlich. Das macht auch den Reiz dieser Runde aus. Kein Wunder, bewegt man sich doch hier im Naturschutzgebiet. Die Stadtgrenze verläuft durch den Katzensee, der Läufer verlässt also während der Umrundung für einen Moment Zürich. Zurück geht es via Büsisee, dem kleinen Verwandten des Katzensees. Dieser entstand während des Baus der Autobahn – womit uns auch die Zivilisation wieder hat.

5. Meditatives Kreisen

Die rundeste Laufbahn der Stadt

leicht
1 bis viele Minuten0,25 km0 HmStart: Rösliwiese, Kreis 6
30 m
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Während die meisten Läufer Rundbahnen wegen ihrer Monotonie meiden, ist genau dies für andere der Grund zu kreisen – die Beine bewegen sich wie von alleine, der Kopf kann abschweifen, weil keine Gefahr durch Wurzeln oder Verkehrsteilnehmer droht. Sechs offizielle Leichtathletik-Anlagen gibt es in Zürich. Die beliebteste ist das Sihlhölzli, wo zu jeder Tageszeit jemand seine 400-Meter-Runden abspult. Richtig meditativ wird das Laufen aber auf der siebten, inoffiziellen Anlage, jener auf der Rösliwiese: Weil auf dem Platz mitten im Quartier Unterstrass nicht Platz für zwei Geraden war, ist die Laufbahn praktisch kreisrund und misst nur 250 Meter. Nirgendwo drehen Beine und Gedanken synchroner.

6. Mühelos und gekühlt bergauf

Dem Wehrenbach entlang zur Trichtenhauser Mühle

mittel
40–50 Minuten8,6 km167 HmStart: Botanischer Garten Zürich, Kreis 8
1 km
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Eigentlich sind uns Laufrunden am liebsten, bei denen wir nicht zwei Mal dieselbe Strecke zurücklegen. Bei Bächen und Flüssen machen wir eine Ausnahme, beim Weg entlang des Horn- und Wehrenbachs sowieso: Die Strecke nehmen wir bergauf und bergab sowieso komplett anders wahr. Bergauf bleibt genug Zeit, Wald und Bach zu betrachten. Nachdem wir beim grossen Mühlerad gewendet haben, geht es bergab deutlich schneller voran, entsprechend müssen wir mehr auf die nächsten Schritte als auf die Umgebung schauen – wenn gleich es nur wenige Wurzeln hat, die uns ins Stolpern bringen könnten.
Am Wildbach lassen sich alle Jahreszeiten erleben. Seinen grössten Trumpf spielt er aus, wenn es warm wird: Wald und Bach zusammen wirken dann wie eine Klimaanlage. Hier lässt sich im Hochsommer selbst mittags erträglich laufen.

7. Durch die Lünglein der Stadt

Von Park zu Park

mittel
40–50 Minuten7,5 km60 HmStart: Gessnerbrücke, Kreis 1
1 km
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In Metropolen laufen die Einwohner in den «Lungen der Stadt» – den Pärken. Zürich kann keinen Hyde oder Central Park bieten. Hier sind die Ruheinseln deutlich kleiner – ein Versuch, einige laufend zu verbinden. Der Einstieg ist überraschend: Bei der Gessnerbrücke steigen wir bei der Rio-Bar die Treppe hinunter zum Schanzengraben – und laufen am Wasser der Stadthektik davon. Der Kanal führte direkt zum Seeufer, doch es lockt ein Abstecher zum Alten Botanischen Garten. Hier tief einatmen. Dann zum See, dort rechts. Die Unterführung beim Strandbad Mythenquai führt uns in den Belvoirpark. Der Weg steigt nun, bis wir im Rieterpark den höchsten Punkt der Runde erreichen, inklusive grossem Ausblick auf See und Bergpanorama. Auf dem Rückweg queren wir die Kloppstockwiese, die ebenfalls als Pärkchen durchgeht. Von da geht es hinunter zur Sihl, am Fluss entlang zurück zum Start.

8. Seltene Tiere statt bellende Hunde

Eine ungewohnte Schlaufe an der Sihl

mittel
30–40 Minuten6,2 km130 HmStart: Sihlcity, Kreis 3
500 m
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Die Sihl lockt die Hündeler und Läufer in gleichem Masse an. Den grossen Hundemeuten weichen wir auf dieser Route aus. Eingangs Allmend laden die Hundebesitzer ihre Vierbeiner aus den Autos. Wir öffnen das Tor zum Eisvogelweg. Auf der offenen Grünfläche zwischen Autobahn und Sihl sind nur Zweibeiner gestattet: Vögel und wir. Einen Eisvogel treffen wir auf der Runde nicht an, dafür eine Reihe kreativer Wegnamen: Nachdem wir die Sihl überquert haben, folgen Blindschleichen- und Feuersalamanderweg, bergauf geht es auf dem Höcklerweg, wo wir auf dem Gänzilooweg zum Wald unterhalb des Albisgüetli gelangen, von wo wir zurück zum Sihlcity rollen.

9. Rauf und runter

Auf den Uetliberg

anspruchsvoll
70–80 Minuten12,6 km530 HmStart: Triemli, Kreis 3
1 km
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Auf einer Laufrunde sollte der Weg das Ziel sein. Doch es gibt Ausnahmen: Wer die Aussicht vom Uetliberg will, muss sich diese verdienen. Das geht nicht ohne einige Schweissperlen. Es führen viele Wege auf den höchsten Punkt der Stadt. Wir nehmen den Höcklerweg, weil der Weg hier etwas weniger steil hochführt als etwa beim Laternenweg, der kürzer wäre. Wer schon einige Kilometer in den Beinen hat, kann hier durchaus versuchen, auch bergauf noch im Laufschritt voranzukommen, bei der direkten Variante kommen höchstens professionelle Bergläufer auf diese Idee. Auch vom Berg runter führen viele Wege. Wir suchen erneut einen, der nicht ganz so steil abfällt, und rollen locker zurück zum Triemli.

10. Auf dem offiziellen Waldpfad

Der Klassiker Fichtentritt

anspruchsvoll
40–55 Minuten8,6 km240 HmStart: Fichtentritt, Kreis 9
500 m
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Beim Stichwort «Waldlaufstrecke» geht sogleich das Kopfkino los: Da sind Baumwoll-Trainerhosen, ein Frotteestirnband und Laufschuhe, die heute als retro durchgehen. Kein Wunder: Die meisten dieser Strecken wurden in den 1970er- und 80er-Jahren eingerichtet. Auch der Fichtentritt, ein Klassiker auf dem Stadtgebiet. Die Laufrunde bringt eine Erkenntnis: Die sehr coupierte Waldrunde ist eine echte Herausforderung für den Hobbyläufer, der sonst höhenmeterfrei den Flüssen und Gewässern entlangläuft. Aber die Anstrengung lohnt sich: Was gibt es Besseres, als die Lungen mit frischer Waldluft zu fluten?

 

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