So nutzt die Schweiz ihr Land

Trotz Zersiedelung in der Schweiz: 92 Prozent des Landes sind weiterhin unverbaut. Und wussten Sie, dass Golfplätze mehr Raum einnehmen als öffentliche Parks? Wir zeigen detailliert auf, wofür unser Boden genutzt wird.

Duc-Quang Nguyen, Mathieu Rudaz und Mathias Lutz

Der Landschaftsschutz wird eines der Hauptthemen des Jahres 2019 sein. Neben der Zersiedelungsinitiative, über welche am 10. Februar abgestimmt wird, sind in diesem Jahr gleich mehrere Initiativen in Bearbeitung, die ebenfalls auf den Schutz der Schweizer Landschaften abzielen. Doch für was wird heute der Schweizer Boden eigentlich genau beansprucht?

Jedes dieser kleinen Vierecke stellt vier Quadratkilometer Siedlungsfläche dar. Diese macht insgesamt weniger als 8 Prozent des Schweizer Bodens (41’285 km2) aus. Zum Vergleich: In Frankreich beträgt der Anteil des besiedelten Bodens 12 Prozent, in Italien 13 Prozent und in Deutschland 14 Prozent. Der Durchschnitt in der EU liegt bei 11 Prozent.

In den letzten Jahren wurde durchschnittlich eine Fläche von gut acht Fussballfeldern pro Tag überbaut.

In der Siedlungsfläche enthalten sind Wohnhäuser inklusive Umschwung, Industriegebäude, Strassen, Bahninfrastruktur, aber auch Mülldeponien, Sportanlagen, Golfplätze, Schrebergärten und Friedhöfe.

35 Prozent des Schweizer Bodens werden landwirtschafltich genutzt. Wer hätte das gedacht?

Landwirtschaftsflächen schrumpfen jährlich um rund 36 Quadratkilometer. Dies vor allem zu Gunsten der sich ausdehnenden Siedlungsfläche.

Wald und Gehölze bedecken 31 Prozent des Bodens.

Nicht nur urbane Gebiete, sondern auch die Wälder dehnen sich immer weiter aus, und zwar vor allem auf ehemaligen Alpwirtschaftsflächen. Insgesamt wächst der Schweizer Wald mit einer Geschwindigkeit von gut fünf Fussballfeldern pro Tag. Je höher die Lage, desto grösser ist die prozentuale Zunahme.

Unproduktive Flächen wie Felsen, Geröllhalden, Seen und Gletscher machen rund 25 Prozent der Gesamtfläche aus. Aufgrund der Alpen ist dieser Anteil im Vergleich zu anderen Ländern natürlich sehr hoch.

Gestein und Geröll machen den grössten Teil der unproduktiven Flächen aus. Im Hochgebirge bilden sich die Gletscher zurück. In 24 Jahren haben sie einen Viertel ihrer Fläche verloren. Pro Tag entspricht das einer Fläche von gut sechs Fussballfeldern.

Diese Karte bietet zum Abschluss den Gesamtüberblick über die vielfältigen Nutzungsarten des Schweizer Bodens sowie deren flächenmässigen Anteile.

Golfplätze bedecken beispielsweise eine Fläche von 35 Quadratkilometern – das ist mehr als alle öffentlichen Parkanlagen zusammen (34 km2). Weinberge (156 km2) nehmen mehr Raum ein als alle Eisenbahnstrecken (94 km2) der Schweiz.

Jeder Schweizer Kanton hat ein eigenes Landnutzungsprofil. Diese Grafik veranschaulicht die grossen Unterschiede zwischen den 26 Kantonen anhand der Flächenanteile der vier Hauptgebietstypen.

Methodik und Daten

Das Bundesamt für Statistik klassifiziert anhand von Luftbildern und Grundbüchern jeden Hektar der Schweizer Fläche. Unsere Karten stützen sich auf die aktuellste Arealstatistik Daten von 2018, mit Ausnahme der Kantone Graubünden, Tessin und Glarus, für welche nur die Daten von 2009 vorliegen.

 

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