Die grüne Eroberung
Die Grüne Partei konnte im Vergleich zu den Wahlen 2015 in allen Landesteilen markant zulegen. Der Erfolg der Grünliberalen bleibt auf die grossen urbanen Regionen beschränkt.

Von Gregor Poletti und Sebastian Broschinski

Die Aufbereitung der Wähleranteile im Vergleich zu den nationalen Wahlen vor vier Jahren zeigt, wo die Parteien zulegen konnten und wo sie verloren haben. Auffallend ist die flächendeckende Zunahme der grünen Wähleranteile in der ganzen Schweiz. Bei den Verlierern ist auffällig, dass die SP in den Grossregionen Zürich, Bern und Genf Federn lassen musste. Und die SVP musste insbesondere in der Romandie, im Aargau und in Basel Verluste einstecken.

Was die Karten zeigen
Auf den Karten zeigen wir die Unterschiede der Wähleranteile im Vergleich zur Wahl von 2015 für alle Gemeinden. Das Dreieck zeigt nach oben, wenn die Partei in einer Gemeinde Prozentpunkte gewinnen konnte. Bei Verlusten zeigen die Dreiecke nach unten.

SVP

angetreten in:
2203
Gemeinden
stärkste Partei in:
63,3
%
besser als 2015 in:
22,3
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Die Volkspartei hat den grössten Wählerverlust hinzunehmen mit einem Minus von 3,6 Prozentpunkten. Gemessen an den Wähleranteilen erzielte sie das schlechteste Ergebnis seit 1999. Das zeigt sich auch in der Karte: Nur in einzelnen Gemeinden konnte sie leicht zulegen, sonst dominieren die Verluste.

SP

angetreten in:
2195
Gemeinden
stärkste Partei in:
6,1
%
besser als 2015 in:
32,7
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Die Sozialdemokraten bleiben zwar zweitstärkste Kraft im Nationalrat, büssen aber dennoch 2,2 Prozentpunkte beim Wähleranteil ein und liegen inzwischen bei 16,6 Prozent. In Zürich und Bern verliert die SP jeweils zwei Sitze. Dass im Kanton Uri die SP so stark aufscheint, hat damit zu tun, dass sie im Gegensatz zu den Wahlen 2015 dieses Jahr mit einem Kandidaten für die Nationalratswahlen antrat – jedoch ohne Erfolg.

FDP

angetreten in:
2166
Gemeinden
stärkste Partei in:
14,2
%
besser als 2015 in:
32,1
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Der Kurswechsel in der Klimapolitik hat sich für die FDP nicht ausbezahlt. Präsidentin Petra Gössi steht zur Niederlage, betont aber, dass man immerhin eine Schadensbegrenzung geschafft habe. Die FDP kommt demnach noch auf einen Wähleranteil von 15,3 Prozent.

GPS

angetreten in:
2162
Gemeinden
stärkste Partei in:
3,4
%
besser als 2015 in:
96,3
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Die Grünen haben Historisches vollbracht: Mit 17 Sitzgewinnen haben sie den bisherigen Rekord der SVP gebrochen. Die Partei ist damit viertstärkste Kraft im Nationalrat und hat die CVP hinter sich gelassen. Lediglich in der Zentralschweiz konnten die Grünen kaum zulegen.

CVP

angetreten in:
2183
Gemeinden
stärkste Partei in:
12,1
%
besser als 2015 in:
43,4
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Die Christdemokraten haben den Prognosen getrotzt und verlieren nur gerade 0,2 Prozent. Beim Wähleranteil ist die CVP inzwischen bei 11,4 Prozent angelangt. In ihren Stammlanden hat die CVP überzeugt, was auf der Karte eindrücklich zu sehen ist. Ausserhalb verliert sie jedoch klar an Wählerinnen und Wähler.

GLP

angetreten in:
2086
Gemeinden
stärkste Partei in:
0,0
%
besser als 2015 in:
90,6
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Die Grünliberalen sind die zweiten grossen Gewinner des Wahlwochenendes. Sie konnten im Nationalrat um neun Sitze zulegen und halten nun deren 16. Bis auf den Kanton Bern konnten die Grünliberalen nur im Mittelland und den urbanen Zentren zulegen. In vielen ländlichen Kantone ist die GLP nur schwach vertreten.

BDP

angetreten in:
1781
Gemeinden
stärkste Partei in:
0,6
%
besser als 2015 in:
6,5
%
Veränderung Wähleranteil zu 2015 nach Gemeinden
Wähleranteil in %

Für die BDP waren die Wahlen ein Desaster: Die Nationalratsdeputation ist von sieben auf drei Leute geschrumpft. Damit kann die Kleinpartei keine eigenen Fraktion mehr bilden. Einzig Lichtblick: Präsident Martin Landolt wurde mit einem Glanzresultat gewählt.