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Ist es überhaupt möglich, in der Schweiz klimaverträglich zu leben?

Wir beantworten Ihre Fragen zu Umweltthemen.
Die Folgen unseres Konsumverhaltens sind unübersehbar. (Bild: Jason South/The Age)

Als Reaktion auf «75 Ideen, wie Sie den Klimawandel stoppen können» haben Leserinnen und Leser zahlreiche Fragen gestellt. Die interessantesten beantwortet Wissenschaftsjournalist und «Magazin»-Autor Mathias Plüss an dieser Stelle.

Sie empfehlen in Ihrem Umwelt-Ratgeber ausschliesslich individuelle Massnahmen. Wäre es nicht viel effizienter, auf die Politik zu setzen?

Persönliches und politisches Handeln schliessen sich gegenseitig nicht aus. Es braucht beides. Der unschätzbare Vorteil individueller Massnahmen ist, dass jeder und jede sie unmittelbar umsetzen kann und dass sie sofort wirken. Die Politik hingegen ist langsam, sonst stünden wir nach dreissig Jahren Klimadebatte nicht da, wo wir heute stehen.

Die Zeit rennt uns davon. Wenn wir die Erwärmung auf 1,5 oder 2 Grad begrenzen wollen, muss unser CO2-Ausstoss Jahr für Jahr stark sinken und bald ganz verschwinden. In Wahrheit passiert das Gegenteil: Seit der Pariser Konferenz 2015 hat die Schweiz bereits ein Drittel des Klimagases ausgestossen, das ihr anteilsweise noch zusteht, um das Abkommen einzuhalten. Bei der Artenvielfalt sieht es ähnlich drastisch aus: Wenn es weitergeht wie bisher, so leben schon in 25 Jahren nur noch halb so viele Insekten auf der Erde wie heute. Von beidem, Artenschwund wie Klimawandel, ist die Schweiz überdurchschnittlich stark betroffen. Grund genug, nicht weiterhin zu warten, bis die Politiker endlich griffige Massnahmen treffen.

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Was ist besser: Zeitungen digital lesen oder auf Papier?

Am umweltfreundlichsten ist der E-Reader. Zwar verschlingt seine Herstellung viele Ressourcen. Doch wenn man eine Tageszeitung konsequent auf dem Reader liest, kippt die Ökobilanz nach etwa einem Jahr ins Positive. Denn der Reader verbraucht sehr wenig Strom. Je länger man ihn nutzt, desto kleiner der Fussabdruck pro Ausgabe. Die Bilanz wird noch besser, wenn man mit dem gleichen Reader auch Bücher liest. Bei der Papierzeitung hingegen wachsen die Umweltkosten mit jedem neuen Exemplar. Die Papierherstellung ist sehr energieintensiv. Bei Zeitschriften mit ihrem hochwertigen Papier lohnt sich der Umstieg auf den Reader nach noch weniger Ausgaben als bei Zeitungen.

Trotzdem ist digital nicht immer besser. Damit die ökologischen Folgen tief bleiben, sollte man die Lektüre via WLAN laden und nicht übers Handynetz. Man muss auch wirklich einen Reader benutzen – nicht ein Tablet, geschweige denn einen Laptop oder PC. Schliesslich kann die Rechnung anders aussehen, wenn mehrere Personen die gleiche Zeitung lesen. Kauft sich eine Familie zwei Reader, so dauert es zwei Jahre, bis das digitale Lesen ökologisch besser ist. Bei drei Readern sind es schon drei Jahre. Natürlich liesse sich theoretisch auch ein Reader teilen. Aber dann kann man nicht gleichzeitig lesen – da ist Papier unschlagbar.

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Sie haben geschrieben, jeder Kaltstart mit einem Benzinauto erzeuge gleich viele Schadstoffe wie 500 Kilometer Überlandfahrt. Hat das etwas mit dem Klima zu tun?

Die gängige Antwort lautet: nein. Denn die problematischen Gase, die bei Kaltstarts in grossen Mengen entstehen, schaden vorwiegend dem Menschen, nicht dem Klima. Es sind dies vor allem das giftige Kohlenmonoxid sowie Kohlenwasserstoffe, die sich in der Luft in gefährlichen Feinstaub verwandeln können.

Leser M. R. hat nun aber darauf aufmerksam gemacht, dass Kaltstarts sehr wohl auch mit dem Klimawandel zu tun haben. Denn erstens tragen auch Kohlenmonoxid und Feinstaub ein Stück weit zur Erderwärmung bei. Zweitens verbraucht ein Kaltstart im Vergleich zum Losfahren mit warmem Motor mehr Treibstoff und setzt damit zusätzliches CO2 frei. Der Klimaeffekt ist (ebenso wie der Luftverschmutzungseffekt) stark temperaturabhängig: Bei null Grad entspricht das zusätzliche CO2 ungefähr einer Autofahrt von einem Kilometer, bei zwanzig Grad noch einem Drittel. Bei Dieselautos ist es sogar jeweils doppelt so viel.

Mehrere technische Lösungen für das Kaltstartproblem sind in Entwicklung. Bis es so weit ist: Das Auto so nutzen, dass möglichst wenige Kaltstarts notwendig sind, insbesondere bei kühlen Temperaturen.

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Wie schlimm sind Milchprodukte für das Klima?

Ziemlich schlimm. Aber nicht ganz so schlimm wie Fleisch. Bei Fleisch und Fisch beträgt der jährliche CO2-Ausstoss in der Schweiz etwa 550 Kilo pro Kopf, bei Milchprodukten und Eiern etwa 400 Kilo. Veganer ernähren sich darum noch einmal deutlich klimafreundlicher als Vegetarier. Gerade die in der Schweiz sehr beliebten Hart- und Halbhartkäse verursachen sogar mehr CO2 pro Gramm als die klimafreundlichsten Fleischsorten (Schwinigs und Poulet). Das liegt daran, dass die Kühe, von denen der Grossteil der Milch für den Käse stammt, beim Verdauen viele klimaschädliche Gase ausstossen.

Vegetarier essen viel Käse – in England beispielsweise doppelt so viel wie Fleischesser. Man könnte nun meinen, es sei wenig gewonnen, wenn jemand Fleisch durch Käse ersetzt. Doch diese Rechnung ist nicht ganz korrekt. Hartkäse hat eine höhere Energiedichte als Fleisch, weshalb wir davon meist kleinere Portionen essen. Rechnet man pro Kalorie statt pro Gramm, hat Käse eine ähnliche Klimabilanz wie Poulet. Selbst die Butter, laut manchen Studien das klimaschädlichste Lebensmittel, schneidet aus dieser Sicht nicht mehr ganz so schlecht ab.

Fazit: Hartkäse und Butter sparsam verwenden, am besten betrachtet man sie als Luxusprodukte, ähnlich wie Fleisch. Mit Milch, Joghurt, Frischkäse darf man grosszügiger umgehen.

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Herr Plüss, Sie schrieben, Frauen sollten vegetarisch kochen, ohne es zu deklarieren, dann würden Männer es gar nicht bemerken. Ist Ihr Rollenverständnis nicht etwas antiquiert? Und kann das wirklich funktionieren?

Tatsache ist: Noch immer verbringen Frauen mehr als doppelt so viel Zeit mit Kochen wie Männer. Und noch immer essen Männer beinahe doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Offenbar ist die Vorstellung tief verwurzelt, Fleisch gebe besonders viel Kraft und sei darum ein besonders männliches Nahrungsmittel. Viele Männer werden sich darum in ihrer Männlichkeit angegriffen fühlen, wenn frau ihnen sagt, von nun an koche sie vermehrt vegetarisch. Kommt hinzu, dass der Vegetarismus ein Imageproblem hat: Vielen gilt er nicht als Ernährungsform, sondern als Ideologie. Darum ist es besser, fleischloses Essen nicht explizit als «Vegi» zu deklarieren. Dass das funktionieren kann, hat sich zumindest in Kantinen gezeigt: Wissenschaftler der ZHAW konnten den Anteil verkaufter Fleischmenüs in zwei Mensen von 60 auf 44 Prozent drücken, indem sie den Anteil fleischloser Gerichte erhöhten, ohne diese als vegetarisch anzupreisen. Die meisten Mensenbesucher bekamen von den Umstellungen gar nichts mit, wie Befragungen ergaben. Es ist sogar vorgekommen, dass Befragte angaben, nie vegan zu essen, obwohl sie soeben ein veganes Menü gewählt hatten.

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Wie grilliert man am umweltfreundlichsten?

Am besten mit einem Gas- oder Elektrogrill. Der klassische Holzkohlegrill ist problematisch. Wer Holzkohle unbedacht kauft, trägt mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Zerstörung von Tropen- und osteuropäischen Urwäldern bei. 99 Prozent der in der Schweiz verkauften Holzkohle sind importiert, die Herkunft ist oft zweifelhaft. Eine Analyse von WWF Schweiz letztes Jahr zeigte, dass die Mehrheit der Holzkohle falsch deklariert ist und beinahe die Hälfte Tropenholz enthält.

Wer auf das rauchige Aroma von Kohlegrillade nicht verzichten will, hat zwei Möglichkeiten: 1. Beim Kohlekauf aufs waldfreundliche FSC-Label achten. Zwar ist auch diese Kohle nicht immer ganz koscher, aber sicher besser als undeklarierte. 2. Auf ein Holzfeuer ausweichen. Bitte nur trockenes, lokales Holz verwenden, kein Papier und auch kein Kartongeschirr verbrennen.

Wie steht es um die Klimawirkung? Ein Grillabend mit acht Personen entspricht etwa einer Autofahrt von 120 Kilometern, errechnete der deutsche TÜV Rheinland. Auch hier schneidet Holzkohle schlechter ab als Gas oder Elektro – doch die Unterschiede sind unbedeutend. Denn 95 Prozent der klimarelevanten Emissionen stammen von der Produktion des Grillguts. Wer klimafreundlicher grillieren will, ersetzt am besten einen Teil des Fleisches durch Gemüse und Pilze.

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Stimmt es, dass Elektroautos punkto Klima gar nicht besser sind als Benziner und Diesel?

Beim Fahren stossen Elektroautos zwar keine Klimagase aus. Aber bei der Erzeugung des Stroms und bei der Herstellung des Fahrzeugs entstehen sehr wohl CO2-Emissionen – insbesondere bei der Produktion der Batterie. Wieviel genau? Es kommt darauf an, wo die Batterie hergestellt wird, wie lange man sie nutzt, mit welchem Strom man fährt. In Deutschland, wo immer noch viel Strom aus der Kohle kommt, sind Elektroautos nicht sehr viel besser fürs Klima als etwa Diesel-Autos. In der Schweiz mit ihrem klimafreundlichen Strommix schon. Fatal ist in beiden Ländern der Trend zu immer grösseren Reichweiten und damit zu grösseren Batterien. Wenn die Batterie etwa aus China kommt, kann der CO2-Ausstoss für die Herstellung beträchtlich sein.

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann sich an drei einfache Wahrheiten halten: 1. Es gibt keine ökologischen Autos. 2. Wer umweltfreundlich fahren will, nimmt den Zug, den Bus, das Velo, gelegentlich ein Mietauto. 3. Wer trotzdem unbedingt ein eigenes Auto möchte, kauft ein möglichst leichtes Fahrzeug mit möglichst kleinem Motor – und nutzt es möglichst lang. Ob es mit Strom, Benzin oder Diesel betrieben wird, ist weniger wichtig.

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Sie haben geschrieben, in Deutschland sei der Bus ökologischer als die Bahn, weil die Züge teilweise mit Kohlestrom führen. Das stimmt nicht, die Deutsche Bahn (DB) verwendet im Fernverkehr zu hundert Prozent Ökostrom.

Das behauptet sie, aber das ist reine PR. Es gibt nur ein einziges Stromnetz. Je mehr Ökostrom die DB dem Fernverkehr zuteilt, desto schlechter wird der Strommix für den Regionalverkehr – ein Nullsummenspiel. Das Einzige, was zählt, ist der Ökostromanteil am gesamten Bahnstrom, und der beträgt bloss 57 Prozent. Immerhin hat er sich zuletzt kräftig erhöht. Das ist schön. Aber dabei geht gerne vergessen, dass immer noch fast die Hälfte des deutschen Bahnnetzes gar nicht elektrifiziert ist. Dort fahren die Loks zwangsläufig mit Diesel.

Eine Tendenz zum Schönrechnen gibt es auch bei manchen Schweizer Stromanbietern. Wenn ein Kunde bei ihnen auf Ökostrom umsteigt, kauft der Anbieter nicht etwa mehr grünen Strom ein, sondern teilt einfach den übrigen Bezügern mehr Dreckstrom zu. Informieren Sie sich darum gut, bevor Sie auf Ökostrom umsteigen. Am besten sind Angebote mit dem Label «naturemade». Zwar verhindern auch sie solche Rechentricks nicht völlig, aber immerhin fliesst ein Teil des Aufpreises direkt in den Ausbau erneuerbarer Energie. Das Geld hat also eine Wirkung.

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Was ist die ökologischste Bier-Verpackung?

Am besten ist gezapftes Bier direkt ab Fass. Eine Variante, die man durchaus auch zu Hause praktizieren kann, etwa bei einem Gartenfest. Die Kunst besteht darin, den Bedarf genau abzuschätzen. Wenn im Fass ein paar Liter übrig bleiben, ist die Ökobilanz futsch.

Für den Alltag wären grosse PET-Flaschen am besten. «Wären» deshalb, weil PET für Bier in der Schweiz unbekannt ist, angeblich weil es die Konsumenten nicht akzeptieren. Wo ist die innovative Kleinbrauerei, die das Gegenteil beweist? Am zweitbesten sind Mehrweg-Glasflaschen. Doch auch hier gibt es ein Problem: Grossverteiler mögen sich offenbar nicht mit Retourflaschen herumschlagen; deshalb wird bei uns, anders als in Deutschland, das allermeiste Bier in Einwegflaschen verkauft. Die drittbeste Variante ist die Aludose.

Generell beschäftigen wir uns aber viel zu sehr mit Verpackungen. Sie machen bloss einen kleinen Teil unseres ökologischen Fussabdrucks aus – nur schon die Fahrt mit dem Auto zum Supermarkt belastet die Umwelt meist stärker, ganz zu schweigen von der Produktion der gekauften Waren. Beim Bier beträgt der Anteil der Verpackung an der Gesamtbelastung circa 5 Prozent (Fass) bis 15 Prozent (Aludose). Unbedingt vermeiden sollte man Einwegflaschen, hier ist der Anteil mit 30 Prozent viel höher.

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Menschen atmen CO2 aus. Treibt dies den Klimawandel an?

Nein. Zwar emittiert der Mensch etwa ein halbes Kilo CO2 pro Tag, bei anstrengender Tätigkeit auch ein Vielfaches. Doch dieses CO2 trägt nicht zum Klimawandel bei, denn es befindet sich in einem Kreislauf: Pflanzen nehmen es bei der Photosynthese auf, Tiere und Menschen essen die Pflanzen und atmen schliesslich genau die gleiche Menge CO2 wieder aus, die die Pflanzen zuvor der Luft entzogen haben. Wem das zu kompliziert ist, der kann es sich auch so vorstellen: Ob ich eine Kartoffel esse oder im Boden verrotten lasse, spielt keine Rolle – bei beiden Prozessen gelangt gleich viel CO2in die Luft.

Aber dies ist nur die halbe Wahrheit. Denn Kartoffeln werden gedüngt, behandelt, transportiert. Dadurch gelangt neues, klimarelevantes CO2 in Umlauf, das seit Ewigkeiten im Boden war. Darum sind Ausdauerleistungen mit hohem Kalorienbedarf ein nicht zu unterschätzender Klimafaktor. Wenn man danach jedes Mal ein Steak isst, trägt Joggen genauso stark zum Klimawandel bei, wie wenn man die gleiche Strecke mit dem Auto fährt. Das taugt aber nicht als Ausrede, sich vermehrt ins Auto zu setzen. Rennen ist bloss eine besonders energiezehrende Fortbewegungsart. Beim gewöhnlichen Gehen verbraucht man deutlich weniger Kalorien pro Kilometer, bei gemächlichem Velofahren noch viel weniger.

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Sie haben geschrieben, Wassersparen lohne sich nicht – wir hätten genug davon. Aber es gibt eine andere Sicht: Wasser muss aufbereitet, gepumpt und nach Gebrauch gereinigt werden, das braucht viel Energie. Sparen lohnt sich also doch.

Ja, die ganze Wasser-Infrastruktur braucht Strom und Ressourcen. Aber auf den Liter umgerechnet ist es nicht sehr viel. Die Reduktion der Umweltbelastung, die man erreicht, indem man auf der Toilette konsequent die Spartaste drückt, entspricht etwa einer Autofahrt von 200 Metern pro Tag.Verglichen mit den 24 Kilometern, die der Durchschnittsschweizer täglich mit dem Auto zurücklegt, ist das ein Klacks. Ausnahme: Beim Warmwasser, das viel Strom verbraucht, lohnt sich das Sparen.

Die wirkliche Wasser-Herausforderung steht uns erst bevor: Die Sommer werden heisser und trockener, die Bauern müssen mehr bewässern, gleichzeitig wird es weniger Schmelzwasser von Gletschern und Schnee geben. Das kann zu Engpässen führen, punktuell schon heute. In solchen Situationen ist es sicher sinnvoll, den Pool nicht zu füllen, mit Regenwasser zu giessen und aufs Rasensprengen zu verzichten. Die Toilette hingegen ist auch bei Trockenheit nicht unbedingt der ideale Ort zum Sparen: Wenn zu wenig Wasser fliesst, beginnt die Kanalisation zu stinken, und die Wasserwerke müssen extra nachspülen.

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Schadet das Rauchen dem Klima?

Ja. Der Rauch selber ist dabei nicht das Problem - die Menge der enthaltenen Klimagase ist zu gering. Womöglich wirken die weissen, reflektierenden Teilchen des Rauchs sogar ein ganz klein wenig kühlend.

Der Klima-Fussabdruck des Rauchens entsteht vielmehr bei der Produktion der Zigaretten. Insbesondere das Trocknen des Tabaks braucht sehr viel Energie, und diese stammt meist aus Holz aus nicht nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Für jemanden, der täglich ein Päckchen raucht, wird alle zwei Wochen ein Baum gefällt. Die Klimawirkung eines Durchschnittsrauchers entspricht einer täglichen Autofahrt von zwei Kilometern.

Noch mehr als das Klima belastet das Rauchen aber den Boden: Der Tabak, eine sehr anspruchsvolle Pflanze, laugt ihn aus.Die Produzenten, meist Kleinbauern in der Dritten Welt, müssen schon nach wenigen Saisons, manchmal schon nach einer einzigen, auf neue Felder wechseln. Der Landverschleiss ist enorm, oftmals werden dafür Wälder gerodet.

Und dann sind da noch die Zigarettenstummel. Zehn Jahre dauert es, bis sie sich zersetzen - sie bestehen vor allem aus Plastik. Die enthaltenen Giftstoffe verseuchen den Boden, und im Wasser töten sie Fische und Kleinlebewesen. Jedes dritte Abfallteilchen an Schweizer Gewässern ist ein Zigarettenstummel.

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Wie sinnvoll ist es, mit Holz zu heizen?

Holz aus nachhaltig genutzten Wäldern ist klimaneutral: Die nachwachsenden Bäume binden stets gleich viel CO2 , wie das Verbrennen des geschlagenen Holzes freisetzt. Trotzdem sind Holzheizungen nicht der Weisheit letzter Schluss, jedenfalls nicht für die breite Masse. Denn liessen wir mehr Bäume stehen, so bliebe mehr CO2 gebunden, und der Klimawandel würde sich ein wenig verzögern. Mancherorts geschieht dies bereits. In Deutschland etwa speichern die Wälder wegen Unternutzung jährlich etwa sieben Prozent der Treibhausgas-Emissionen. Die Schweizer Wälder werden stärker genutzt, bei uns stagniert der Holzvorrat.

Noch sinnvoller als das Stehenlassen wäre, die Bäume zu nutzen, ohne sie zu verbrennen: Indem man daraus Häuser und Möbel baut. So bleibt das CO2 gebunden (durchaus lange – die ältesten Holzhäuser der Schweiz sind mehr als 700 Jahr alt), während die nachwachsenden Bäume der Luft weiteres CO2 entziehen. Ausserdem ersetzt das Holz im Bau idealerweise einen Teil des aus Klimasicht hochproblematischen Betons. Darum: lieber verbauen als verbrennen!

Daneben wird es in einem gewissen Umfang immer überschüssiges Holz geben. Etwa Sturm- und Käferholz, das sich nicht zum Bauen eignet, oder Abfälle aus der Holzindustrie. Damit kann man ruhig heizen, denn würde dieses Holz verrotten, so käme genau gleich viel CO2 frei wie beim Verbrennen.

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Ist es überhaupt möglich, in der Schweiz klimaverträglich zu leben?

Ja. Im besten Fall kommt man gemäss Footprint-Rechner des WWF auf etwa drei Tonnen CO2 pro Jahr. Dazu muss man sich allerdings drastisch einschränken: kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier, kein Auto, keine Flüge, auch kein ÖV. Ausserdem darf man seine Wohnung auf höchstens 17 Grad heizen und muss zu siebt auf 30 Quadratmetern leben. Die verbleibenden drei Tonnen bringt man nicht weg, der Rechner schlägt sie einem automatisch zu. Zu Recht. Hier gehen etwa die pflanzlichen Nahrungsmittel ein - aber auch Dinge wie Abwasseraufbereitung, Häuserbau, Gesundheitswesen, Infrastruktur oder Polizei, die jeder nutzt, der Teil dieser Gesellschaft ist.

Drei Tonnen CO2 gelten als «planetenverträglich». Es ist jene Menge, die es uns erlaubt, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten. Allerdings nur unter der Bedingung, dass a) sich ab sofort alle daran halten und b) die Welt ab 2050 CO2-neutral ist. Beides ist sehr unwahrscheinlich - im Moment ist der globale Pro-Kopf-Ausstoss beinahe doppelt so hoch. Diese Überlegungen zeigen, wie unglaublich anspruchsvoll das Zwei-Grad-Ziel ist: Wir werden uns mittelfristig auf noch deutlich weniger als auf jene drei Tonnen beschränken müssen, die doch schon beinahe unerreichbar sind. Zumindest in der heutigen Schweiz.

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Was ist die ökologischste Bestattungsform?

Die Feuerbestattung ist etwas besser als die Erdbestattung. Sie spart Platz, und manche problematischen Stoffe können im Kamin herausgefiltert werden. Die Energie für die Verbrennung hingegen ist vernachlässigbar, wie eine Untersuchung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften gezeigt hat. Es sind andere Dinge, die eine Bestattung unökologisch machen: das Heizen der Abdankungshalle mit Erdöl etwa, üppiger Blumenschmuck oder aufwendige Grabpflege.

Tipps für einen grünen Umgang mit dem Tod, unabhängig von der Bestattungsform:

  • Leiche nicht einbalsamieren; Chemikalien können in den Boden gelangen
  • Nachhaltig produzierte, nicht lackierte Särge ohne Metallgriffe benutzen
  • Keine Blumen verwenden, die aus beheizten Gewächshäusern stammen oder per Flugzeug transportiert wurden
  • Holzkreuz statt Grabstein
  • Grab mit mehrjährigen Stauden bepflanzen statt mit saisonal wechselnden Blumen

Besser als ein Einzelgrab sind ohnehin das Gemeinschaftsgrab, der Friedwald oder das Verstreuen der Asche. Neue, wirklich ökologische Verfahren sind in Entwicklung, etwa die rasche Verwandlung des Toten in Komposterde, in die man dann einen Baum pflanzen kann.

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Gibt es umweltfreundliche Drogen?

Ja. Am besten sind selbst gepflückte Zauberpilze. Auch LSD richtet kaum Umweltschäden an. Sonst aber sind alle Drogen, legale wie illegale, ziemlich schlecht für die Umwelt. Der Schlafmohn-Anbau für das Heroin verschmutzt das Grundwasser in Afghanistan. Auch die Crystal-Meth-Herstellung verseucht Böden und Wasser. Aus der Ecstasy-Produktion in Holland entstehen problematische Chemieabfälle - im Schnitt räumt die holländische Polizei fast täglich eine illegale Giftmülldeponie. Koks bedroht die Wälder Südamerikas und Südostasiens: Jedes Gramm Kokain zerstört vier Quadratmeter Regenwald. Auch im Land des Konsums ist es schädlich - die Rückstände im Urin sind eine Gefahr für Wasserlebewesen.

Selbst Cannabis ist aus Umweltsicht problematisch. Die Indoorproduktion braucht viel Energie: Laut einer US-Studie aus dem Jahr 2012 hat ein einziger Joint die gleiche Klimawirkung wie 37 Kilometer Autofahren. Für die Outdoorproduktion, die in Kalifornien boomt, werden Hunderte Schneisen in Gebiete geschlagen. Zwar könnten die Auswirkungen eingedämmt werden durch eine gänzliche Legalisierung und den dadurch ermöglichten kontrollierten Anbau. Doch wegen seines Wasser-, Dünger- und Pestizidbedarfs wird der Hanf, in grossem Stil angebaut, nie zur Ökopflanze werden. Ganz ähnlich wie der Tabak.

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Stimmt der Slogan «Streaming ist das neue Fliegen»?

Nein. Zwar entspricht jede Stunde Streamen punkto Energieverbrauch etwa einem Kilometer Autofahrt - an einem Binge-Watching-Wochenende kann da einiges zusammenkommen. Trotzdem ist der Vergleich falsch, denn der Strom für das Streamen ist hierzulande fast CO2-frei, während sich Autos und Flugzeuge meist fossil bewegen. Aus Klimasicht sind Onlinevideos also zumindest in der Schweiz viel harmloser als das Fliegen.

Allerdings: Zwei Drittel des Internetverkehrs bestehen aus Videos, und dieser Bereich wächst rasend schnell. Darum ist es schon sinnvoll, sich ein paar Tipps zu Herzen zu nehmen, um den Stromverbrauch zu drosseln: Filme in Full HD statt 4K gucken. Die Funktion «Videos automatisch abspielen» auf Facebook & Co deaktivieren. Nicht zu viel rumzappen, denn sobald man ein Video anklickt, wird viel Material in den Puffer geladen, auch wenn man nur einen Bruchteil konsumiert. Wann immer möglich, per WLAN gucken, das braucht weniger Energie als per Handynetz. Je kleiner das Gerät, auf dem man schaut, desto besser. Das Wichtigste, was man als Nutzer beitragen kann: Das Abspielgerät, also etwa das Smartphone, möglichst lang nutzen und erst ersetzen, wenn es wirklich kaputt ist. Beim Kauf darauf achten, dass es gut in der Hand liegt, dann behält man es länger.

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Welche Lebensmittel sind am klimafreundlichsten?

Zweifellos Früchte und Gemüse aus dem eigenen Garten, sofern sie ohne Kunstdünger und Maschineneinsatz erzeugt wurden. Frisch verzehrt, haben sie praktisch keine negativen Auswirkungen.

Bei den gekauften Lebensmitteln gelten gemeinhin ebenfalls Früchte und Gemüse als die umweltfreundlichsten, Fleisch und Milchprodukte hingegen als schädlich. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn viele Gemüse liefern nur wenig Energie - von Kopfsalat und Gurken allein kann niemand leben. Korrekterweise sollte man daher die CO2-Belastung pro Kalorie betrachten. Die Rangliste sieht dann etwas anders aus: Am besten schneiden Nüsse ab - das klimafreundlichste Nahrungsmittel überhaupt ist die Haselnuss. Auch Brot und Getreideflocken kommen sehr gut weg, ebenso Kartoffeln, Sojabohnen, Teigwaren und Linsen, wobei da noch die Energie für das Kochen hinzukommt. Früchte sind gut, sofern sie nicht aufwendig transportiert oder gelagert werden. Beim Gemüse sind die Unterschiede gross: Zwiebeln, Rüebli und Kürbis haben eine gute Bilanz, weniger nahrhafte Sorten wie Tomaten, Spinat, Salat oder Spargeln dagegen sind nicht besser als Käse oder Schweinefleisch. Am Ende der Rangliste, auch in dieser kalorienbasierten Betrachtung, bleiben aber Lamm- und Rindfleisch.

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Wie sieht die Klimabilanz der Schweiz im internationalen Vergleich aus?

Laut den herkömmlichen Statistiken steht die Schweiz ziemlich gut da. Unser Treibhausgas-Ausstoss pro Kopf liegt ungefähr im Weltdurchschnitt, unter den entwickelten Ländern gehören wir sogar zu den Musterschülern. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass wir keine Gas- und Kohlekraftwerke haben.

Doch die herkömmlichen Statistiken zeichnen ein Trugbild. Wenn ich ein chinesisches Handy kaufe, werden die produktionsbedingten Klimagase China zugeteilt. Fairerweise müsste man sie aber der Schweiz anrechnen. Bilanziert man auf diese Weise, so verdreifacht sich unser Treibhausgas-Ausstoss beinahe, und wir rutschen von der Spitze der Rangliste fast bis ans Ende. Im Auslagern des CO2-Verbrauchs sind wir Weltmeister. Sogar in absoluten Zahlen gibt es bloss sechs andere Länder auf der Welt, die im Ausland mehr Klimagas-Emissionen verursachen als die Schweiz. Kommt hinzu, dass unser ausländischer Treibhausgas-Ausstoss seit 1990 zugenommen hat, was den leichten Rückgang im Inland zunichtemacht. Insgesamt ist der sehr grosse Klimafussabdruck des Durchschnittsschweizers in den letzten Jahren darum nicht kleiner geworden.

Was lässt sich dagegen unternehmen? Leicht gesagt, schwer getan: weniger konsumieren.

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Ist Reis schädlich fürs Klima?

Ja, und das Problem wird unterschätzt. Reis ist sozusagen das Rindfleisch des Vegetariers. Er hat die schlechteste Klimabilanz aller wichtigen nichttierischen Nahrungsmittel, mit Ausnahme von Maniok. Reis erzeugt mindestens doppelt so viel Klimagas pro Kalorie wie Weizen und andere Getreidesorten. Das ist relevant, denn die Menschheit bezieht ein Fünftel ihrer Kalorien von Reis.

Das Grundproblem ist der nasse Anbau. Das stehende Wasser lässt Bakterien an den Pflanzenwurzeln gedeihen, die Methan produzieren, ein starkes Treibhausgas. Die Pflanzen nehmen das Gas auf und geben es in die Luft ab - sie gleichen damit den Kühen, die Methan rülpsen und so die Klimabilanz von Rindfleisch und Milchprodukten vermiesen. Etwa drei Prozent der menschengemachten Erwärmung gehen auf das Konto von Reispflanzen, gut neun Prozent auf das Konto von Kühen.

Veränderte Anbaumethoden könnten dieses Problem entschärfen, etwa das zeitweise Ablassen des Wassers. Den richtigen Rhythmus zu finden ist allerdings nicht leicht, und viele Produzenten, oftmals Kleinbauern, mögen nicht einfach so ihre über Jahrhunderte erprobten Praktiken umstellen. Ein Ausweg für Schweizer Reisliebhaber: auf Tessiner Reis umsteigen. Denn der wird trocken angebaut und ist somit klimafreundlich.

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Soll man Vögel im Winter füttern?

Ja. Unter Naturschützern ist die Frage umstritten. Die Vogelschutz-Organisationen haben sich auf eine «Nützts nüt, so schadts nüt»-Position geeinigt: Sie halten das Füttern weder für besonders nützlich noch schädlich, empfehlen es der Bevölkerung aber dennoch, weil es tolle Naturerlebnisse ermöglicht. Tatsächlich haben nicht wenige Umweltschützerkarrieren mit Beobachtungen am Futterbrett begonnen. Untersuchungen zeigen auch, dass das Vögelfüttern die Menschen befriedigt und ihre Verbundenheit mit der Natur stärkt.

Jetzt gibt es noch einen Grund mehr für das Füttern: Eine britische Studie über den Zeitraum von vierzig Jahren hat gezeigt, dass es den Vögeln langfristig tatsächlich nützt. Da, wo sie gefüttert werden, wachsen nicht nur die Populationen - auch die Artenvielfalt nimmt zu. Die Gründe liegen in der grossen und weiter zunehmenden Fütterbereitschaft der Briten und in der wachsenden Vielfalt an Futter und Abgabemethoden, die auch selteneren Arten zugutekommt.

Ein paar Dinge sollte man beim Füttern aber beachten: Einen Spender verwenden, der es verunmöglicht, dass das Futter nass oder mit Kot verschmutzt wird. Futterstelle katzensicher gestalten. Niemals Brot, Speisereste oder Salziges füttern. Und: Die beste Hilfe für die Vögel ist immer noch ein naturnaher Garten.

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Wie nachhaltig ist Zucker? Gibt es Alternativen, die besser sind?

Die Klimabelastung durch Zucker ist relativ klein. Schon eher ein Problem ist der grosse Einsatz von Pestiziden beim Zuckeranbau in der Schweiz. In einer ökologischen Gesamtbetrachtung schneidet einheimischer Rübenzucker trotzdem etwas besser ab als importierter Rohrzucker. Was Zucker-Alternativen betrifft, so fehlen umfassende Studien. Man darf vermuten, dass schwach verarbeitete Produkte wie Ahornsirup oder Datteln, wo auch der Anbau wenig anspruchsvoll ist, ziemlich nachhaltig sind. Darauf achten, dass man nur getrocknete Datteln kauft, die frischen haben wegen der Kühlung und des aufwendigen Transports eine schlechte Ökobilanz.

Allzu viele Gedanken sollte man sich über den Zucker aber nicht machen. Er ist ein viel kleinerer Posten als beispielsweise die Schokolade. Der gesamte Zucker, den wir verzehren, macht nur ein Prozent des Schweizer Ernährungs-Fussabdrucks aus - die Schokolade hingegen fast vier Prozent. Da lohnt es sich viel eher zu sparen.

Ein detaillierter Blick auf die Schokolade-Ökobilanz ist erhellend: Der enthaltene Zucker spielt praktisch keine Rolle. Knapp zwei Drittel der Umweltbelastung gehen auf das Konto des Kakaoanbaus, der Boden und Wasser verschmutzt - das andere Drittel auf das Konto der Milch. Darum ist dunkle Schoggi grüner als helle.

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Wie schlimm sind Fast Food und Fertiggerichte für die Umwelt?

Fertiggerichte sind nicht per se umweltschädlich. Pro Kalorie gemessen, sind sie sogar eine Spur klimafreundlicher als Selbstgekochtes. Ob ein Gericht einen grossen Fussabdruck hat, hängt vor allem von den Zutaten ab, nicht von der Zubereitungsart. Es ist das alte Lied: Fleisch und Käse haben die schlechteste Ökobilanz. Viel Schaden richten überdies Foodwaste und langes Einfrieren an.

Auch Fast Food ist im Prinzip weder ökologischer noch unökologischer als anderes Essen. Das Problem ist, dass wir im Take-away-Bereich, mehr noch als in der herkömmlichen Gastronomie, häufig kopflos agieren: Wir bestellen rasch und achten kaum auf die Umweltwirkung der Speisen. Es ist ja auch nicht leicht, im hektischen Betrieb etwa die Herkunft der Zutaten zu überprüfen. Zudem führen die oft recht grossen Portionen dazu, dass wir nicht alles aufessen oder uns überessen, was letztlich auch eine Form von Foodwaste ist.

Manche Fast-Food-Ketten haben sich in den letzten Jahren bemüht, nachhaltiger zu werden. Vielerorts gibt es mittlerweile etwa wiederverwendbare Foodboxen, siehe www.recircle.ch. Gute Sache! Sie ändert jedoch nichts daran, dass ein Produkt wie ein Hamburger (Rindfleisch!) oder Pommes frites (Tiefkühlung! Fett!) niemals umweltfreundlich sein wird.

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Nur 2,5 Prozent der weltweiten CO2- Emissionen stammen vom Fliegen. Wäre es nicht sinnvoller, etwa beim Heizen zu sparen?

Die 2,5 Prozent stimmen. Aber sie sind irreführend. Flugzeuge erhitzen die Erde nicht nur mittels CO2, sondern auch durch die Kondensstreifen: Diese mindern die Wärmeabstrahlung der Erde. Richtig gerechnet, trägt der Flugverkehr global 5 Prozent zur Erwärmung bei. In der Schweiz sind es sogar 19 Prozent. Was daran liegt, dass wir ein extremes Vielfliegervolk sind.

Natürlich ist es sinnvoll, auch beim Heizen oder der Ernährung zu sparen. Aber es ist viel schwieriger. Um einen einzigen Retourflug nach Madrid auszugleichen, muss man die Temperatur in einem Einfamilienhaus mit Ölheizung einen ganzen Winter um zwei Grad reduzieren (oder ein Jahr lang auf Fleisch verzichten). Bei einem Retourflug nach St. Petersburg sind es schon drei Grad (oder für ein Jahr zum Veganer werden). Das reicht aber noch nicht. Wohnen in dem Einfamilienhaus drei Personen mit durchschnittlichem Flugverhalten, müssten sie die Ölheizung dauerhaft komplett abstellen, um all ihre Flüge zu kompensieren.

Es bleibt dabei: Für Schweizerinnen und Schweizer ist es am sinnvollsten, beim Fliegen anzusetzen. Eine Trendwende ist aber nicht in Sicht: Die Passagierzahlen am Flughafen Zürich lagen 2019 in jedem Monat über dem entsprechenden Vorjahresmonat.

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