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Wo die Schweiz im grossen Impfrennen steht

In der Schweiz sind die Impfkampagnen in fast allen Kantonen angelaufen. Eine Übersicht.

Marc Brupbacher, Patrick Vögeli, Yannick Wiget
Aktualisiert am 6. Januar 2020

Kurz vor Weihnachten trafen die ersten 100’000 Impfdosen von Pfizer/Biontech in der Schweiz ein. Weitere 126’000 folgten Anfang Januar. Nun stehen insgesamt 233'000 Dosen dieses Herstellers zur Verfügung. Da es zwei Dosen pro Person braucht, können erst gut 115'000 Personen geimpft werden. Das ist viel zu wenig. Die Impftermine für den Kampagnenstart am 4. Januar in verschiedenen Kantonen waren innerhalb von Minuten ausgebucht. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat sich zwar 15,8 Millionen Impfdosen für die 8,6 Millionen Einwohner gesichert, die Hälfte davon aber bei dem US-Hersteller Moderna, dessen Impfstoff noch nicht zugelassen ist – dies soll durch die Behörde Swissmedic im Januar erfolgen. «In den nächsten Monaten werden wir auf die ausreichende Menge kommen», versichert Christoph Berger, Präsident der Kommission für Impffragen. «Bis zum Sommer sind alle Impfstoffe geliefert und hoffentlich auch gebraucht.»

Viel schneller ist da Israel unterwegs. Am 1. Januar 2021 waren dort bereits eine Million Menschen gegen Sars-CoV-2 geimpft, bis Ende Januar soll sich diese Zahl verdoppeln. Im Land mit etwas mehr als neun Millionen Einwohnern wäre dann bereits ein Fünftel der Bevölkerung im Immunisierungsprozess. «Wir laufen der gesamten Welt davon», sagte Premier Benjamin Netanyahu. Vorwärtsgemacht wird vor allem bei den Risikogruppen, dort sind bereits über 40 Prozent geimpft. Sie erhalten nach der Immunisierung einen «grünen Pass», der ihnen mehr Freiheiten erlauben soll (lesen Sie hier mehr über die Gründe des israelischen Erfolgs).

Die Menge des Impfstoffs ist das eine, das andere ist die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Eine repräsentative Umfrage der Universität Zürich zeigt, dass sich etwa die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer «wahrscheinlich» oder «sehr wahrscheinlich» impfen lassen wollen. 31,2 Prozent schliessen eine Impfung eher beziehungsweise sicher aus. Der Rest, 19,4 Prozent der Bevölkerung, ist noch unentschlossen.

Die Verteilung der drei Gruppen blieb seit Anfang der Messung im September 2020 relativ konstant. In der Woche vom 21. bis 27. Dezember, den Tagen nach der Impfstoffzulassung des Biontech-Vakzins durch die Arzneimittelbehörde Swiss­medic, sprang der Anteil der Impfwilligen in der Woche 52 aber von 41 auf 49,4 Prozent.

Nach Geschlecht und Alter gibt es deutliche Unterschiede: Während sich über die Hälfte der Männer immunisieren will, sind es bei den Frauen viel weniger. Und Personen über 50 Jahre sind deutlich impfbereiter als jüngere Altersgruppen.

Damit so viele Schweizerinnen und Schweizer mitmachen wie möglich, fährt der Bund eine gross angelegte Kampagne. Ein Informationsportal des BAG gibt Auskunft über Fragen, die sich rund um die Impfung ergeben. Zudem gibt es eine nationale Hotline (058 377 88 92).

Das ist der aktuelle Stand der Impfkampagnen in den Kantonen:
Zürich

Im Impfzentrum am Hirschengraben Nummer 84, unweit des Centrals, startete am 4. Januar die grösste Impfaktion des Kantons Zürich. Auf 250 Quadratmetern werden in diesem Zelt in den kommenden Wochen 576 Personen pro Tag die Impfdosen verabreicht. Die Nachfrage ist so hoch, dass nicht alle Interessierten einen Termin für eine Impfung bekamen. Die Zürcher Gesundheitsdirektion stellt ab dem 18. Januar weitere Termine für Personen ab 75 Jahren und Hochrisikopatienten in Aussicht. Bis Ende Januar stehen im Kanton Zürich nur 56'000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zur Verfügung. Dies reicht, um 28’000 Personen zu impfen. Ab Mitte Januar wird mit den Impfungen in Alters- und Pflegeheimen begonnen.

Auch das Universitätsspital Zürich hat begonnen, Hochrisikopatientinnen, die dort in Behandlung sind, Vakzine gegen Covid-19 zu verabreichen.

Die Möglichkeiten, sich impfen zu lassen, sollen im Kanton Zürich laufend erweitert werden, teilt die Gesundheitsdirektion mit. So seien Vorbereitungen in über 40 Spitälern und Gemeinschaftspraxen im Gang, und voraussichtlich ab März oder April sollen mehrere Impfzentren im Kanton für die breite Bevölkerung den Betrieb aufnehmen, in denen pro Tag bis zu 5000 Personen geimpft werden können. Sobald der «in der Handhabung weniger anspruchsvolle» Impfstoff von Moderna zugelassen und verfügbar sei, werde auch das Impfen von Hochrisikopatienten in einigen Hausarztpraxen möglich sein.

Weitere offizielle Informationen zur Impfkampagne im Kanton finden Sie hier.

Bern

Der Kanton Bern beginnt mit den Impfungen als einer der letzten Kantone am 11. Januar 2021 in den Zentren Bern-Insel, Bern-Wankdorf, Tavannes, Thun und Interlaken. Am 14. Januar wird das Impfzentrum in Burgdorf eröffnet, am 18. Januar starten jene in Biel und Langenthal. In Langnau im Emmental wird es am 25. Januar so weit sein. Wer sich impfen lassen will, kann sich online registrieren und einen Termin vereinbaren. Der Kanton will bald auch in Alters- und Pflegeheimen impfen. Dem Kanton Bern stehen in einem ersten Schritt rund 15’000 Impfdosen zur Verfügung. Die grössten Mengen an Impfstoff erwartet die Gesundheitsdirektion im zweiten Quartal 2021. Dann sollen auch Arztpraxen und Apotheken als Orte dazukommen. Bis Mitte des Jahres 2021 will der Kanton die Hälfte seiner Bevölkerung geimpft haben.

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Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt begann bereits am 28. Dezember mit den ersten Impfungen gegen Covid-19. Geimpft werden in einer ersten Phase Personen ab 75 Jahren mit Wohnsitz in Basel-Stadt. Der Kanton impft im kantonalen Impfzentrum in der Messe Basel und mit mobilen Equipen. An den ersten drei Tagen, 28., 29. und 30. Dezember 2020, wurden rund 2000 Personen geimpft. In den ersten beiden Januar-Wochen werden weitere 3000 Personen folgen. 76 Bewohnende des Riehener Pflegeheims Wendelin haben am 30. Dezember ihre Impfung erhalten. Anfang Januar werden weitere Pflegeheime folgen.

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Basel-Land

Das Baselbieter Covid-19-Impfzentrum in Muttenz wurde am 4. Januar in Betrieb genommen. Die Termine für die ersten Impfungen vom 4. bis 22. Januar sind alle schon vergeben. Der Kanton hat bereits ab dem 28. Dezember besonders vulnerable Personen durch mobile Einsatzteams impfen lassen. Der ehrgeizige Plan: Im Januar sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden, sofern sie das wollen. So sollen Heime nicht erneut zu Corona-Hotspots werden.

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Aargau

Der Kanton Aargau hat am 5. Januar mit den Impfungen begonnen. Es gibt Impfzentren in den Kantonsspitälern Aarau und Baden. Alle verfügbaren Impftermine für die besonders gefährdeten und über 75-jährigen Personen sind bis auf weiteres ausgebucht. Die Termine werden jeweils eine Woche im Voraus vergeben. Pro Woche stehen im Kanton für diese beiden Impfzentren derzeit 2500 Impfdosen zur Verfügung. Oberste Priorität bei der Kampagne, die der Aargau an den Vorgaben des Bundes ausrichtet, haben die Impfungen in den Alters- und Pflegezentren. Es sind mobile Impfteams unterwegs.

Der Aufbau des Impfangebots für die Bevölkerung erfolgt gemäss dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) gestaffelt und abgestimmt auf die verfügbare Menge an Impfstoff. In der nächsten Phase sollen auch weitere Spitäler, Kliniken und Ärztezentren impfen können. Dabei würden auch die regionalen Versorgungsaspekte betrachtet. Sobald der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, wolle der Kanton das Impfangebot beispielsweise auf die niedergelassenen Ärzte ausweiten.

Dem Kanton stehen in einer ersten Phase gut 17’000 Impfdosen zur Verfügung. Diese stammen aus einer ersten Lieferung mit rund 8000 Impfdosen und einer zweiten Lieferung von gut 9000 Impfdosen, die in den nächsten Tagen eintreffen sollte.

Weitere Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs stehen dem Kanton gemäss Planung ab dem 18. Januar zur Verfügung. Die Zahl der Impfdosen kann steigen, sobald die Impfstoffe weiterer Hersteller zugelassen und verfügbar sind, wie das DGS festhält.

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Solothurn

Der Kanton Solothurn hat am 4. Januar sein Impfzentrum Rythalle in Betrieb genommen. Pro Tag sollen zunächst 50 Personen, die älter als 75 Jahre sind, und Hochrisikopatienten mit dem Vakzin gegen das Coronavirus geimpft werden. Der Grund für die Beschränkung ist gemäss Angaben des Kantons die eingeschränkte Verfügbarkeit des Impfstoffs. Impfungen sind im Kanton Solothurn nur auf Anmeldung möglich. Unter 75-jährige Risikopatienten müssen vor der Impfung eine Bestätigung der behandelnden Ärztin vorweisen. Termine im Impfzentrum Solothurn können über die Telefonnummer 032 627 74 11 reserviert werden.

Zudem sind im Kanton bis zu acht mobile Impfteams in Alters- und Pflegeheimen unterwegs, um die Personen vor Ort zu versorgen.

Weitere zentrale Impfzentren in Breitenbach und Olten sind in Planung und sollen ab Februar eröffnet werden. Der Kanton plant im Rahmen eines Pilotbetriebs auch einzelne dezentrale Impfstandorte in verschiedenen Regionen des Kantons.

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Luzern

Mit der Impfung einer 90-jährigen Frau im Kanton Luzern war am 23. Dezember die Impfkampagne gegen das Coronavirus in der Schweiz angerollt. Dem Kanton steht eine begrenzte Anzahl Impfdosen zur Verfügung. In einem ersten Schritt werden deshalb Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen geimpft. Überzählige Impfdosen sollen für das Pflegepersonal eingesetzt werden. Nach den Heimen werden die Spitäler und Kliniken beliefert. Es ist in Abklärung, wie vulnerable Personen, die nicht in Heimen oder Spitälern sind, geimpft werden sollen.

Das Impfzentrum Messe Luzern dient in der ersten Phase als Logistik- und Schulungszentrum. Es finden derzeit keine Impfungen im Impfzentrum statt. Sobald sich Einzelpersonen für die Impfung anmelden können, folgen Informationen zum Vorgehen. Die breite Bevölkerung wird sich ab Spätfrühling impfen lassen können. Dafür sind mehrere Impfzentren im Kanton Luzern vorgesehen.

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Schwyz

Bereits am 23. Dezember 2020 konnte ein grosser Teil der Bewohnenden und der Mitarbeitenden im Alters- und Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach gegen Covid-19 geimpft werden. Auch die Mitarbeitenden der Pflegeheime erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Im Kanton wollen sich rund 60 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen impfen lassen. Das geht aus den Voranmeldungen hervor. Sie alle sollen noch im Januar die erste Impfung erhalten.

Die regionalen Impfzentren an den drei Spitalstandorten Schwyz, Einsiedeln und Lachen werden ihren Betrieb aufnehmen, sobald die IT-Lösung des Bundes für die Anmeldung einsatzbereit ist. Das dürfte Mitte Januar der Fall sein. Erst ab dann werde man sich auch anmelden können. In erster Priorität würden über 75-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen geimpft. Danach folgt das Gesundheitspersonal, anschliessend Menschen, die mit gefährdeten Personen zusammenleben. Der Rest der Bevölkerung dürfte im zweiten Quartal 2021 geimpft werden.

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Zug

Das Impfzentrum auf dem alten Spinnereiareal in Baar nimmt am 11. Januar seinen Betrieb auf. Für eine Covid-19-Impfung im Impfzentrum ist eine Onlineanmeldung notwendig. Dem Kanton Zug stehen bis Ende Januar knapp 6000 Impfdosen zur Verfügung. Aufgrund der limitierten Anzahl werden mit Inbetriebnahme des Impfzentrums zunächst die über 75-Jährigen geimpft und sobald wie möglich Erwachsene mit einer chronischen Krankheit höchsten Risikos, unabhängig vom Alter. Der Kanton hat bereits am 23. Dezember 2020 mit dem mobilen Impfen in Pflegeinstitutionen begonnen.

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Obwalden

Im Kanton Obwalden hat die Impfkampagne am 4. Januar begonnen. Bis Ende Woche soll eine erste Runde von Impfungen in allen Alters- und Pflegeheimen im Kanton Obwalden abgeschlossen sein, anschliessend sollen weitere Heime und Einrichtungen folgen. Sobald mehr Impfstoff vorhanden sei, werde ein Impfzentrum in Betrieb genommen, teilt das Obwaldner Gesundheitsamt mit. Dann würden sich auch weitere Personengruppen impfen lassen können. Momentan seien die dem Kanton Obwalden zugewiesenen Kontingente nach wie vor knapp.

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Nidwalden

Der Kanton Nidwalden hat am 23. Dezember die ersten Covid-19-Impfungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern eines Alters- und Pflegeheims durchgeführt. «Der Ablauf ist identisch wie bei anderen Impfungen. Für die geimpften Personen selbst ist es ein kurzes Prozedere», erklärt Kantonsarzt Peter Gürber. Mit der ersten Lieferung Impfdosen konnten rund 100 Betagte – allesamt der Risikogruppe angehörend – geimpft werden. In einer ersten Phase laufen die Impfungen im Kanton Nidwalden über die Hausärzte. Später werden Apotheken und das Kantonsspital einbezogen. Dies vor allem im Hinblick auf die Phase, in der die Impfung für alle erwachsenen Personen zur Verfügung stehen wird.

Seit dem 4. Januar werden besonders gefährdete Personen geimpft. Anschliessend folgen der Reihe nach das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt, Betreuungspersonal und enge Kontakte von besonders gefährdeten Menschen, Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko und schliesslich alle weiteren Erwachsenen, die sich impfen lassen möchten. Aktuell wird davon ausgegangen, dass im Frühling ausreichend Impfstoffe vorhanden sein werden, um nach und nach alle Impfwilligen in der Bevölkerung berücksichtigen zu können.

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St. Gallen

Am 6. Januar startete im Kanton St. Gallen die Impfaktion gegen das Coronavirus. Die ersten Impfungen wurden in zwei Alters- und Pflegeheimen im Toggenburg durchgeführt. Bis Ende Februar soll in allen 120 Heimen eine Erstimpfung gemacht werden. Der Kanton St. Gallen hat bislang 5600 Impfdosen erhalten, 6800 weitere sollten demnächst eintreffen. Eine Anmeldung für weitere Risikopatienten ist aktuell nicht möglich. Informationen zum weiteren Vorgehen folgen vom Kanton bis Mitte Januar. In der Woche ab dem 11. Januar beginnt dann die Impfung von Gesundheitsfachpersonen in Spitälern. Für die breite Bevölkerung wird eine Impfung voraussichtlich erst in einigen Monaten möglich sein. In der ersten Phase kann im Kanton nur an wenigen Impfstandorten wie Spitälern und in wenigen Impfpraxen geimpft werden. Bewohnende und Mitarbeitende von Pflegeheimen können sich vor Ort mit Unterstützung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten oder mobilen Impfteams impfen lassen. Wenn deutlich grössere Mengen an Impfdosen zur Verfügung stehen und Impfstoffe mit weniger hohen Ansprüchen an Logistik und Lagerung erhältlich sind, können Impfungen auch in Hausarztpraxen und Apotheken angeboten werden. Dies ist voraussichtlich ab Mai 2021 der Fall. Grössere Impfzentren in Messe- oder Turnhallen könnten kurzfristig zum Einsatz kommen, wenn die regulären Strukturen nicht ausreichen. Bis zum Sommer soll die Hälfte der Bevölkerung des Kantons geimpft sein.

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Thurgau

Ab dem 4. Januar werden Risikopersonen in Thurgauer Pflegeheimen geimpft. Parallel dazu ist ein kantonales Impfzentrum in Frauenfeld geplant, das am 11. Januar errichtet wird. Ein zweites kantonales Impfzentrum soll bei Bedarf später am Bodensee folgen. Detailinformationen, wo sich die Bevölkerung anmelden kann, werden Anfang Januar in einer Medienmitteilung veröffentlicht. Impfwillige in der Zielgruppe können sich dann online für einen Impftermin anmelden.

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Schaffhausen

Ab dem 5. Januar 2021 werden die mobilen Impfteams insbesondere in den Alters- und Pflegezentren unterwegs sein. Das Kantonale Impfzentrum (KIZ) im Schloss Charlottenfels wird ab dem 12. Januar 2021 in Betrieb genommen. Die Hotline für die Anmeldungen wird zurzeit eingerichtet. Dem Kanton Schaffhausen wurden bis und mit Januar 2021 rund 4000 Impfdosen zugeteilt. Mit dieser Menge können 20’000 Schaffhauserinnen und Schaffhauser geimpft werden.

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Appenzell Ausserrhoden

In Appenzell Ausserrhoden erfolgte der Impfstart am 4. Januar. Als Erste waren Bewohnerinnen und Bewohner zweier Alters- und Pflegeheime in Herisau und Heiden an der Reihe. Um die erwartet hohe Anzahl an Impfwilligen schnellstmöglich impfen zu können, werden zwei Impfzentren eingerichtet, im geschützten Operationssaal in Herisau und in der Sanitätshilfsstelle Heiden; beide Impfzentren sind gut erreichbar. Die Vorbereitungsarbeiten für die Impfzentren sind angelaufen; die Infrastruktur wird gemäss Kanton rechtzeitig bereitstehen und öffnen, sobald genügend Impfdosen für eine grössere Anzahl an Personen verfügbar sind. Die Informationen über Anmeldemöglichkeiten werden bald bekannt gegeben. Anmeldungen sollen dann online und über die kantonale Hotline erfolgen können. Zurzeit können noch keine Termine zur Impfung vergeben werden. Neben den Impfzentren wird nach Möglichkeit später auch in den hausärztlichen Praxen geimpft.

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Appenzell Innerrhoden

Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat bereits im alten Jahr in den Alters- und Pflegeheimen mit dem Impfen losgelegt. Die Impfung ist freiwillig. Schon vor längerer Zeit seien die Heimbewohner befragt worden, ob sie an der Impfung teilnehmen möchten, sagte Markus Köppel, der stellvertretende Kantonsarzt: «Es gibt keinen riesigen Ansturm.» Die Leute wüssten noch zu wenig über den Impfstoff.

Das Impfpersonal von Appenzell Innerrhoden ist per Video geschult worden. Es müsse zuerst noch alles von Hand ausgefüllt werden, da das administrative IT-Tool noch nicht verfügbar sei, sagte Köppel. Der Bund will nicht nur wissen, wer geimpft wurde, sondern etwa auch, wie viel Zeit die Impfung pro Person in Anspruch nimmt. Nicht alle Heimbewohner sind in der Lage, selber zu entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen. Bei hochbetagten Personen braucht es unter Umständen die Unterschrift der Angehörigen oder des Beistandes.

Die eigentliche Impfkampagne ist am 4. Januar gestartet. In den ersten drei Januarwochen sind etwa 450 Impfdosen für den Kanton mit rund 16’000 Einwohnerinnen und Einwohnern vorgesehen.

Besonders gefährdete Personen können sich im Impfzentrum am Spital Appenzell (Tel. 071 788 99 66) oder in ihrer Hausarztpraxis telefonisch für eine Impfung anmelden. Gesundheitsfachpersonen können sich voraussichtlich etwa ab Mitte Januar impfen lassen. Wann die weiteren Zielgruppen sich für eine Impfung anmelden können, kann der Kanton noch nicht sagen.

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Uri

Am 4. Januar startete auch der Kanton Uri seine Impfkampagne. Es werden zunächst Personen ab 75 Jahren sowie Erwachsene mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko, unabhängig vom Alter, geimpft. Zu Beginn nehmen das Kantonsspital Uri, eine mobile Equipe des Kantonsspitals sowie einzelne Hausarztpraxen Impfungen vor.

Vorerst steht eine beschränkte Anzahl Impfdosen zur Verfügung. Ab Frühling 2021 dürfte dann eine ausreichende Anzahl Impfdosen verfügbar sein, damit ein grosser Teil der Bevölkerung geimpft werden kann.

In einer zweiten Phase wird zusätzlich in weiteren Arztpraxen, Apotheken und allenfalls in weiteren Gesundheitsfachstellen geimpft. Ab dem 4. Januar 2021 betreibt das Impfzentrum des Kantonsspitals Uri unter der Telefonnummer 041 875 50 70 eine Infoline, bei der interessierte Personen einen Impftermin vereinbaren können. Sobald die Impfung auch in den Hausarztpraxen möglich ist, können dort ebenfalls Impftermine vereinbart werden.

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Glarus

Im Glarnerland schwärmen ab dem 5. Januar die mobilen Impfteams gegen das Coronavirus aus. Ziele sind die Alters- und Pflegezentren. Da der Impfstoff vorerst nur in beschränkten Mengen zur Verfügung stehe, würden die Impfungen bis auf weiteres durch die kantonal organisierten Impfteams durchgeführt, teilen die Glarner Behörden mit.

Parallel dazu wird im Gesellschaftshaus Ennenda das kantonale Impfzentrum eingerichtet, wo sich die Bevölkerung in einer späteren Phase impfen lassen kann.

Bei der Umsetzung des Impfplans orientiert sich der Kanton an der nationalen Strategie des Bundes. Die Impfung erfolgt demzufolge schrittweise. Zuerst werden besonders gefährdete Personen geimpft, das heisst, solche im Alter von über 75 Jahren und mit Vorerkrankungen.

Danach ist das Gesundheitspersonal an der Reihe, gefolgt von Haushaltsmitgliedern von besonders gefährdeten Personen. Auf der nächsten Prioritätsstufe stehen Personen in Einrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko. Anmeldungen für Impfungen sind ab Montag, 11. Januar 2021, möglich.

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Graubünden

Die erste Impfung wurde am Nachmittag des 4. Januar einer Bewohnerin in einem Alters- und Pflegeheim in Chur verabreicht. Insgesamt wurden dort 25 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 5 Gesundheitsfachpersonen geimpft.

Zwei mobile Impfequipen sind nun im gesamten Kanton unterwegs, um die Bewohner sowie das Personal der Alters- und Pflegeheime zu impfen. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit des Impfstoffs werden zurzeit besonders gefährdete Personen über 75 Jahre, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen zu Beginn der Impfaktion geimpft. Die Voranmeldung zur Impfung für diese Bevölkerungsgruppen wird zu gegebenem Zeitpunkt elektronisch über eine schweizweite Plattform erfolgen, entweder durch selbstständige Onlineregistrierung oder über eine vom Kanton betriebene telefonische Hotline.

Derzeit stehen für 1300 Personen Impfdosen bereit. Bis Ende März sind dem Kanton Graubünden vom Bund insgesamt rund 27’000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zugesagt. Bis Ende Februar sollten zudem rund 23’000 Dosen des Impfstoffs von Moderna durch den Bund an Graubünden ausgeliefert werden. Im Idealfall stehen dem Kanton nach heutigem Kenntnisstand bis Ende März für 25’000 Personen Impfstoffe zur Verfügung.

In der zweiten Januarhälfte werden neun Impfzentren in Betrieb genommen, die den weiteren Bevölkerungsgruppen eine Impfung ermöglichen, sofern genügend Impfdosen zur Verfügung stehen. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Lagerung des Impfstoffs Pfizer/Biontech werden die Impfungen in den grösseren Regionalspitälern (Davos, Ilanz, Poschiavo, Schiers, Scuol, Thusis) erfolgen. Geplant sind zudem Impfzentren in der Moesa, in Chur und in St. Moritz.

Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit des Impfstoffs ist davon auszugehen, dass grossflächige Impfungen erst ab April stattfinden können.

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Genf

In Genf begannen die Impfungen am 28. Dezember. Zunächst können sich Personen ab 75 Jahren impfen lassen, danach Menschen aus Risikogruppen. Ab April soll sich die Allgemeinheit impfen lassen können.

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Freiburg

Der Kanton Freiburg startete am 28. Dezember mit dem Impfprogramm in Heimen. Am 15. Januar soll das erste öffentliche Impfzentrum den Betrieb aufnehmen.

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Wallis

Der Kanton Wallis begann nach Weihnachten mit den Covid-19-Impfungen von Risikopersonen.

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Waadt

Der Kanton Waadt hat am 30. Dezember seine Impfkampagne gestartet. Als erster liess sich ein 93-jähriger Mann in einem Pflegeheim gegen Covid-19 von einem mobilen Einsatzteam impfen. Insgesamt sollten 56 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 25 Angestellte der Einrichtung geimpft werden. «Wir sind jetzt endlich in der Phase angekommen, auf die wir alle gewartet haben», sagte Staatsrätin Rebecca Ruiz zu der Impfung. Die Waadtländer Impfkampagne werde mehrere Monate dauern. Geplant ist, dass ab Januar mobile Impfteams in den Alters- und Pflegeheimen im Kanton die Runde machen. Die Impfteams bestehen aus einer Pflegefachperson und Angehörigen des Zivilschutzes.

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Neuenburg

Der Kanton Neuenburg hat am 4. Januar seine Impfkampagne gegen das Coronavirus gestartet. Ein 75-jähriger Mann hielt im Impfzentrum in Cernier als Erster den Arm hin. Bis Ende Woche sollen etwa 250 Personen geimpft werden. Der Impfstart in Neuenburg erfolgte in einem eigens eingerichteten Zentrum. Laut Kantonsarzt Claude-François Robert wurde die Impfung Menschen aus Risikogruppen vorgeschlagen, die beim Impfen Vorrang haben. Bisher hat Neuenburg 250 Impfdosen erhalten. Ab Anfang Januar sollen es laut Claude-François Robert rund 1000 Dosen pro Woche sein, wie er ausführte.

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Jura

Der Impfstart im Kanton Jura erfolgte am 4. Januar, zunächst bei besonders gefährdeten Personen, zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen. Das kantonale Impfzentrum soll ab 18. Januar startklar sein.

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Tessin

Im Kanton Tessin sind am 4. Januar die ersten Impfungen in den Altersheimen durchgeführt worden. In der kommenden Woche soll auch in den Impfzentren mit dem Impfen begonnen werden.

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Wer soll geimpft werden und in welcher Reihenfolge?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) mussten eine Strategie festlegen, weil nicht die ganze Bevölkerung auf einmal versorgt werden kann. Prioritär behandelt werden besonders gefährdete Personen, also ältere Menschen und solche mit Vorerkrankung. Je nach Impfstoffverfügbarkeit wird in dieser Reihenfolge geimpft:

  1. Besonders gefährdete Personen (ohne Schwangere)
  2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
  3. Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen
  4. Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (z. B. Behindertenheime) und deren Personal
Erst nach diesen priorisierten Gruppen sollen die Impfstoffe dann allen anderen Erwachsenen zur Verfügung stehen, die sich impfen lassen möchten. Kinder und Jugendliche gehören noch nicht zu den Zielgruppen der Impfstrategie, da die entsprechenden Studiendaten für diese Altersgruppe noch nicht vorliegen.

Welche Impfstoffe werden verwendet?

Bis jetzt hat nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech die Zulassung von Swissmedic erhalten. Dieser habe eine hohe Wirksamkeit und erfülle die Anforderungen an die Sicherheit, schreibt die Arzneimittelbehörde. Der Impfschutz liege sieben Tage nach der zweiten Impfung bei über 90 Prozent.

Es handelt sich um die weltweit erste Zulassung in einem ordentlichen Verfahren. «Wir haben unsere Standards aber nicht gelockert», versichert Swissmedic-Direktor Raimund Bruhin. Trotz weniger gesammelter Daten übertreffe der Nutzen der Impfung ihre Risiken.

Christoph Berger, Präsident der Ekif, erklärte, der Pfizer/Biontech-Impfstoff sei wirksam und verträglich. Alle Personen über 16 Jahren, ausser Schwangere, könnten sich impfen lassen. Unerwünschte Nebenwirkungen seien nur aufgrund von Allergien gegen einen Bestandteil bekannt.

Für drei andere Covid-Vakzine läuft die Zulassungsprüfung bei Swissmedic weiter. Beim Impfstoff von Moderna wird eine schnelle, bedingte Zulassung noch im Januar erwartet. Denn er verspricht ebenfalls eine Wirksamkeit von knapp 95 Prozent, sodass die Nutzen-Risiko-Relation klar ist. Für das Serum von Astra-Zeneca wird ebenfalls eine Zulassung noch im Januar erwartet. Zum Impfstoff von Janssen-Cilag/Johnson&Johnson liegen allerdings noch zu wenige Studiendaten vor.

Wie viel Impfstoff steht überhaupt zur Verfügung?

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech wird etappenweise in die Schweiz geliefert: Die erste Lieferung umfasste Ende Dezember rund 100’000 Dosen. Derzeit verfügt die Schweiz über 233’000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech. 125’000 weitere Dosen sollen im Januar geliefert werden. Insgesamt hat der Bund beim Hersteller rund drei Millionen Impfdosen bestellt.

Die Armee nimmt die Impfstoffe entgegen, lagert sie in ihren geschützten Anlagen bei minus 70 Grad und verteilt sie anschliessend an die Kantone. Diese Anlieferung geschieht kurz vor Beginn des Impfstarts. Die Kantone können den Impfstoff anschliessend während maximal fünf Tagen bei 2 bis 8 Grad (im Kühlschrank) aufbewahren.

Insgesamt hat der Bund bis jetzt Verträge für 15,8 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen: 3 Millionen von Pfizer/Biontech, weitere 7,5 Millionen von Moderna und bis zu 5,3 Millionen von Astra-Zeneca. Weil in der Regel zwei Dosen pro Person nötig sind, würde das für 7,9 Millionen Menschen respektive 92 Prozent der Bevölkerung reichen.

Wie lange geht es, bis alle (Freiwilligen) geimpft sind?

Das wird wohl noch Monate dauern. Die Nachfrage nach der Impfung sei erfreulich, die vorhandenen Dosen reichten momentan nicht aus, um sie abzudecken, sagte Nora Kronig, Vizedirektorin und Leiterin der Abteilung Internationales im BAG. Der Bund hat die Verträge mit den Herstellern so ausgestaltet, dass diese ihre Impfstoffe bis spätestens zum Sommer liefern. Das Ziel ist, genügend Dosen zu haben, um bis zum Frühling die Risikopersonen impfen zu können. Ab Frühling stünde die Impfung dann der breiten Bevölkerung zur Verfügung. Bis zum Sommer sollten alle Impfwilligen ihre Dosen erhalten haben, schätzen die Experten des Bundes.

Der relativ wenige Impfstoff zwinge zunächst zu einer hohen Priorisierung bei der Verabreichung. Auch die logistische Leistung sei wegen der Kühlung des Impfstoffs beträchtlich. Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), versicherte, jede und jeder komme an die Reihe. Das dauere einfach seine Zeit. Sobald der Moderna-Impfstoff zugelassen sei, bessere sich die Lage.

Eine Entspannung der Lage wird wegen der Impfungen nicht sofort eintreten. «Die Impfungen werden in den nächsten drei bis vier Monaten noch keinen entscheidenden Beitrag zur Kontrolle der Epidemie bewirken», sagte Epidemiologe Andreas Cerny zur Sonntagszeitung. Bis zum Herbst seien die bisherigen Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie wie Masken, Kontaktbeschränkungen und Quarantäne weiterhin notwendig.